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Bafin-Chef Branson holt sich Verstärkung von der Finma

Das Direktorium der Finanzaufsicht wird im Herbst erweitert. Rupert Schaefer übernimmt dann die Leitung des neuen Geschäftsbereichs Strategie, Policy und Steuerung.

Rupert Schaefer | Foto: Finma

BaFin-Präsident Mark Branson hat für den im April neu geschaffenen Geschäftsbereich Strategie, Policy und Steuerung einen Executivdirektor gefunden. Rupert Schaefer, bislang Mitglied der Geschäftsleitung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma), übernimmt am 1. November dort die Leitung und ergänzt die Runde des Direktoren.

Bei der Finma war der 42-jährige Finanzmarktjurist zuletzt Leiter des Geschäftsbereichs Recovery und Resolution und verantwortete neben der Stabilisierungs- und Abwiclungsplanung der systemrelevanten schweizerischen Finanzinstitute auch die Betreuung destabilisierter Institute. Der Neue kommt allerdings erst am 1. November 2022 an Bord. Bis dahin wird Silke Deppmeyer als Leiterin der Stabsstelle Transformationsmanagement den Geschäftsbereich Strategie, Policy und Steuerung kommissarisch weiterführen.

Mit seiner exzellenten und hochrelevanten Expertise wird Rupert Schaefer eine maßgebliche Rolle bei der Weiterentwicklung unserer Arbeitsweise und Aufsichtskultur spielen”

Mark Branson, Präsident der BaFin

”Modernisierung bedeutet auch eine zielgerichtete Ausrichtung der Organisation”, sagt BaFin-Präsident Mark Branson zu der Personalie. ”Mit seiner exzellenten und hochrelevanten Expertise wird Rupert Schaefer eine maßgebliche Rolle bei der Weiterentwicklung unserer Arbeitsweise und Aufsichtskultur spielen”, so Branson weiter.

Branson war selbst Chef der Finma, bevor er 2021 als Nachfolger von Felix Hufeld zur BaFin geholt wurde - auch mit dem Auftrag, die Finanzaufsicht zu reformieren, nachdem die Behörde im Wirecard-Skandal keine gute Figur gemacht hatte.

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Danach wurden umfangreiche Reformen für eine neue ”Aufsicht mit Biss”, wie Bundesfinanzminister Olaf Scholz wiederholt sagte, auf den Weg gebracht.

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Auf dem Weg zur Aufsicht 2.0

Seitdem hat Branson auch bereits das Direktorium der BaFin umgebaut. So stieg Thorsten Pötzsch, zuvor seit 2018 Exekutivdirektor für den Bereich Abwicklung in der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, zum Exekutivdirektor für die Wertpapieraufsicht auf. Gleichzeitig holte Branson für die Abwicklung Birgit Rodolphe als neue Exekutivdirektorin von der Commerzbank.

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Auf der Verliererseite des Umbaus steht Exekutivdirektorin Béatrice Freiwald, diemittelweile nur noch für die ”interne Verwaltung zuständig ist. Branson selbst kümmert sich seit Dezember um die zuvor bei ihr angesiedelten Rechts- und Compliance-Fragen des Hauses, nebst der neuen Hinweisgeberstelle für Whistleblower. Freiwalds Vertrag läuft Ende Februar 2024 aus. Doch das Bundesfinanzministerium will sie angeblich früher loswerden, wogegen sich die BaFin-Direktorin zur Wehr setzt.

BaFin-Exekutivdirektorin Béatrice Freiwald kämpft gegen drohenden Rauswurf

Der designierte BaFin-Direktor Schaefer startete seine Karriere bei einer internationalen Wirtschaftskanzlei und in der Wissenschaft bevor er 2010 zur Eidgenössischen Finanzmarktausicht (Finma) kam. Von 2013 bis 2015 leitete er das Team Internationale Aktivitäten, 2015 wurde er Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter des Geschäftsbereichs Strategische Grundlagen. In dieser Funktion vertrat er die FINMA in nationalen Ausschüssen und internationalen Gremien und schuf die Grundlagen für die Policy- und Regulierungstätigkeit der FINMA, auch in Zukunftsthemen wie Finanztechnologie und Nachhaltigkeit.

Der in Würzburg geborene Schaefer besitzt sowohl die deutsche wie auch die schweizerische Staatsbürgerschaft

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