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Wirtschaftsprüfer stehen im Fokus der heutigen Sitzung des Wirecard-Untersuchungsausschuss

Neben EY stehen auch KPMG und Baker Tilly unter Beschuss.

Die bislang letzte Sitzung des Wirecard-Untersuchungsausschuss am 19. November. Vorne im Bild: Ex-CEO Markus Braun. | Foto: picture alliance/Fabrizio Bensch/Reuters Images Europe/Pool/dpa

Die Luft für die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young wird dünner. Die Abschlussprüferaufsichtskommission Apas erhebt in einem Schreiben an die Generalstaatsanwaltschaft Berlin Vorwürfe. Es soll Hinweise auf Straftaten der beteiligten Akteure geben. So berichtet es das Handelsblatt mit Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Das Schreiben selbst liegt bei der Geheimschutzstelle des Bundestags unter Verschluss.

Wer kann EY von der Schweigepflicht entbinden?

Passend dazu steht heute in Berlin ab 13 Uhr die nächste Sitzung des Wirecard-Untersuchungausschuss an. Schwerpunktmäßig soll es dieses Mal um die Rolle der Wirtschaftsprüfer gehen. Auch Vertreter von EY sind geladen. Da es rechtlich noch Unklarheiten dazu gibt, wie die Verschwiegenheitspflicht gehandhabt wird, bat die Gesellschaft darum, abgeladen zu werden und nicht sprechen zu müssen.

Doch der Insolvenzverwalter und der Alt-Vorstand haben EY von der Schweigepflicht entbunden, ob das reicht, ist noch offen. Denn es gibt auch juristische Stimmen, die dafür plädieren, dass beispielsweise Jan Marsalek - seinerseits flüchtiger Ex-COO - der Entbindung ebenfalls zustimmen müsste.

KPMG und Baker Tilly im Fokus

Und EY sind nicht die einzigen, die unter Beschuss stehen. Linken-Politiker Fabio De Masi sieht auch KPMG in der Pflicht, Antworten zu liefern: "Auf wessen Initiative und wann genau entstand das sogenannte "Info Addendum" zum KPMG Bericht? Warum wurde es der Öffentlichkeit und auch dem Bundestag zunächst vorenthalten? Welche Rolle spielte KPMG beim Mauritius Fonds?", fragte der Finanzpolitische Sprecher im Vorfeld der Sitzung.

KPMG galt bislang als die Gesellschaft, die zur Aufklärung des Wirecard-Skandals unter anderem per Sonderprüfung unterstützend beitrug. In den vergangenen Tagen durchgesickerte Informationen sollen jedoch belegen, dass KPMG selbst im Jahr 2016 unter anderem als Bilanzprüfer des umstrittenen Mauritius-Fonds beteiligt gewesen seien - und den eigenen aktiven Part des Deals verschwiegen hatten. Auch Baker Tilly solle über die Begleitung der Zukäufe in Asien Auskunft geben, fordert De Masi.

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