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Wirtschaftsprüfer wollen im Wirecard-Ausschuss nicht aussagen

Die Abgeordneten im Wirecard-Ausschuss kündigen an, alles rechtlich Mögliche zu tun, um eine Aussage der Wirtschaftsprüfer zu bekommen.

Symbolfoto, Symbolbild und Logo von EY | Foto: picture alliance / Flashpic

Die vorgeladenen Wirtschaftsprüfer wollen im Untersuchungsausschuss zum Wirecard-Bilanzskandal nicht aussagen. Das geht aus drei Anwaltsschreiben an den Ausschuss hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Demnach berufen sich die Mitarbeiter der Gesellschaft EY auf ihre Verschwiegenheitspflicht als Wirtschaftsprüfer.

Befragung der Prüfer am Donnerstag geplant

Dass der Insolvenzverwalter sie davon entbunden habe, ändere nichts, erklären die Anwälte in dem Schreiben. Am kommenden Donnerstag sollten die Prüfer im Ausschuss befragt werden.

EY hatte als Wirtschaftsprüfungsgesellschaft die Jahresabschlüsse von Wirecard geprüft. Das Unternehmen steht in der Kritik, weil der Milliardenbetrug dabei nicht früher entdeckt wurde.

Die Vertreter von FDP, Grünen und Linken im Ausschuss kritisierten die Weigerung deutlich. EY spiele eine entscheidende Rolle, "vieles deutet auf ein Versagen auch bei der Abschlussprüfung hin", sagte der FDP-Abgeordnete Florian Toncar der dpa.
 

Wer wie EY bei öffentlichen Aufträgen von der Bundesregierung immer vor der Tür steht, hat auch im Parlament zu erscheinen

Fabio De Masi, Bundestagsabgeordneter von der Fraktion Die Linke

Der Linken-Abgeordnete Fabio De Masi betonte: "Wer wie EY bei öffentlichen Aufträgen von der Bundesregierung immer vor der Tür steht, hat auch im Parlament zu erscheinen." Danyal Bayaz von den Grünen erklärte, die Prüfer sollten trotz ihrer Weigerung vor dem Ausschuss erscheinen - und bis dahin "in sich gehen, ob sie ihren Beitrag zur politischen Aufklärung tatsächlich verweigern möchten".

Die Abgeordneten kündigten an, alles rechtlich Mögliche zu tun, um eine Aussage der Wirtschaftsprüfer zu bekommen - auch, weil die Informationen wichtig seien, um ähnliche Fälle in Zukunft zu vermeiden.

Bei seiner ersten Befragung im Untersuchungsausschuss hatte Ex-Wirecard CEO Markus Braun die Aussage weitgehen verweigert.
Ex-Wirecard-Chef Braun schweigt weiter
 

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