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Auch Trade Republic lässt Mitarbeiter gehen

Trotz gelungener Finanzierungsrunde stehen auch bei dem Berliner Neobroker Kündigungen an. Begründet wird das mit einer strategischen Neuausrichtung. Einen Einstellungsstopp soll es hingegen nicht geben.

Christian Hecker, CEO von Trade Republic | Foto: Trade Republic

Nur eine Woche, nachdem der Neobroker aus Berlin seine jüngste Finanzierungsrunde über über 250 Mio. Euro - bei gestiegener Bewertung - feiern konnte, kommt nun der Stimmungsdämpfer: Auch Trade Republic entlässt Mitarbeiter.

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In welchem Umfang das geschehen wird, ist nicht bekannt. Die Mitarbeiter wurden aber bereits am Donnerstag in einem internen Meeting über die Entlassungen informiert.

Das heißt für das Team: Für die meisten bleibt alles wie gehabt, einige werden neue Aufgaben bekommen, einige werden uns verlassen - und andere neu dazu kommen.

Sprecherin von Trade Republic

Aus Sicht von Trade Republic ist der Schritt Teil einer Strategie, die nun an einigen Stellen fokussierter umgesetzt werden soll: Man wolle sich Produkte stärker in den Mittelpunkt stellen, die auch zügig einen Wertbeitrag liefern können, sagt eine Sprecherin, zudem sollen auch intern Prozesse stärker digitalisiert und automatisiert werden. ”Das heißt für das Team: Für die meisten bleibt alles wie gehabt, einige werden neue Aufgaben bekommen, einige werden uns verlassen - und andere neu dazu kommen.”

”Es gibt keinen Einstellungsstopp”

Auch in diesem Umstrukturierungsprozess soll das Team aber nicht wesentlich schrumpfen, sondern die Größe von rund 700 Mitarbeitern beibehalten werden. ”Es gibt keinen Einstellungsstopp”, sagt die Sprecherin.

Es gibt keinen Einstellungsstopp

Sprecherin von Trade Republic

Während andere Finanz-Startups derzeit mitunter Abschläge auf die Bewertung fürchten müssen, schaffte es Trade Republic in der jüngsten Serie-C-Finanzierung sogar, seine Bewertung zu verbessern: Von zuvor 4,4 Mrd. auf fünf Mrd. Euro - und das trotz eines deutlich schlechteren Marktumfelds.

Doch nun blickt offensichtlich auch der Neobroker kritischer auf die eigene Ausrichtung und Kosten, wie es bereits andere Fintechs in jüngster Zeit getan haben: Auch Klarna, Nuri oder Kontist haben den Rotstift bereits sehr viel deutlicher angesetzt und Stellenabbau angekündigt.

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Wagniskapitalgeber Sequoia, der im vergangenen Jahr die 900-Miilionen-Dollar-schwere Finanzierungsrunde bei Trade Republic anführte, hat seine Portfoliounternehmen bereits auf schwere Zeiten eingestimmt.

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Negative Realzinsen hätten in den vergangenen Jahren zu mühelosem Fundraising für Wachstumsunternehmen und zu Rekordbewertungen geführt - doch nun sei ”Geld nicht mehr kostenlos”. Mit massiven Auswirkungen auf die Bewertungen und die Mittelbeschaffung, analysiert der Wagniskapitalgeber in einer Präsentation für seine Portfolio-Firmen.

”Einfach ausgedrückt: Die Welt bewertet neu, wie Geschäftsmodelle in einer Welt, in der Kapital Kosten verursacht, abschneiden, und überlegt sich, wie viel Kredit sie Unternehmen gibt, die erst viele Jahren in der Zukunft Gewinne verzeichnen werden.”

Einer der Tipps des Wagniskapiatalgebers: Anpassungsfähig bleiben. ”Weder die stärkste Spezies überlebt, noch die intelligenteste, sondern diejenige, die am schnellsten auf Veränderungen reagiert.”

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