FinanzBusiness

Klarna streicht jede zehnte Stelle

Das schwedische Unternehmen hatte zuletzt internationale Expansionspläne bekräftigt. Auch in Deutschland wollte man massiv Personal einstellen. Diese Pläne erhalten nun einen Dämpfer - Schuld sind wohl makroökonomische Faktoren.

Sebastian Siemiatkowski, CEO von Klarna. | Foto: Good Thanks Media

(Aktualisiert: Details zu regionalen Entlassungen im dritten Absatz)

Der schwedische Zahlungsdienstleister Klarna streicht mit Verweis auf die anziehende Inflation und den Krieg in der Ukraine zehn Prozent seiner Stellen. Auch die volatilen Aktienmärkte und die Aussicht auf eine ”wahrscheinliche Rezession” hätten zu der Entscheidung beigetragen, erklärte das Unternehmen.

”Es macht mich traurig zu sagen, dass davon etwa zehn Prozent unserer Kollegen und Freunde in allen Bereichen des Unternehmens betroffen sein werden”, sagte CEO und Mitgründer Sebastian Siemiatkowski in einer aufgezeichneten Videobotschaft, die sich an die Belegschaft richtete, wie verschiedene Medien berichten.

Aktuell beschäftigt Klarna rund 7000 Mitarbeiter. In welchen Bereichen der Stellenabbau erfolgt, ist bislang unklar. Derzeit kursiert im Netz ein Google-Dokument, in dem ein Teil der angeblich entlassenen Personen gelistet ist. Die Mehrzahl der dort aufgeführten Namen hatte bislang Positionen in den USA und Schweden inne. Zwei der bislang 79 genannten Personen haben ihren Standort in Berlin.

Klarna weitet 2021 Verlust deutlich aus

Hohe Fluktuation von Deutschlandchefs

Klarna ist vor allem durch das Geschäft mit Kaufabwicklungen und Konsumentenkrediten im Internethandel groß geworden. Erst kürzlich verabschiedete sich der Deutschlandchef, Thomas Vagner, der die Position nur etwa ein Jahr inne hatte. Sein Vorgänger war zum Zahlungsanbieter Unzer gewechselt.

DACH-Chef verlässt Klarna

Zuletzt starker Personalaufbau in Gießen geplant

Im vergangenen Jahr hatte Vagner im FinanzBusiness-Interview betont, wie wichtig Deutschland als einer der Unternehmensstandorte sei und den Aufbau von 400 Stellen im hessischen Gießen angekündigt. Wie sich diese Pläne nunmehr gestalten, ist ebenfalls noch nicht bekannt.

Klarna plant massiven Ausbau am Standort Gießen

”Wir wissen sehr genau, was wir wann tun müssen, um wieder profitabel zu arbeiten”, sagt Thomas Vagner

Mehr von FinanzBusiness

Banken sehen sich für beginnenden Geldboten-Streik gewappnet

Während Dortmunder Volksbank und Stadtsparkasse München sich gut vorbereitet wähnen, ist man bei der Hamburger Sparkasse und der Nassauischen Sparkasse gar nicht vom Warnstreik betroffen. Größere Institute wie Commerzbank und ING empfehlen Kunden im Vorfeld bereits den Umstieg auf andere Zahlweisen.

Sparkassen halten zu Verbandsentscheidung

Der Deutsche Sparkassen und Giroverband (DSGV) hat den Kryptowährungen beziehungsweise dem Handel damit eine Absage erteilt. Eine Umfrage von FinanzBusiness zeigt: Die einzelnen Sparkassen sehen das ähnlich.

Bitpanda dementiert abweichende Zahl der Kündigungen

Offiziell heißt es, Bitpanda habe rund 270 Mitarbeitern gekündigt. Im Netz kursierende, stark abweichende Zahlen bezeichnet das Unternehmen als ”reine Spekulation”. Auch zum Tag des Rauswurfs äußert sich Bitpanda gegenüber FinanzBusiness.

Stühlerücken im Vorstand der Solarisbank

Wie geplant zieht Payment-Expertin Chloé Mayenobe in den Vorstand des Fintech ein - übernimmt aber auch mehr Aufgaben. Gleichzeitig verlässt Chief Commercial Officer Jörg Diewald den Banking-as-a-Service-Anbieter ”aus persönlichen Gründen”.

Lesen Sie auch

Mehr dazu