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Für Schleweis ist das Zentralinstitut nicht vom Tisch

Der Sparkassen-Präsident bezeichnet in einem Interview die Bündelung von Geschäftsbereichen unter den einzelnen Landesbanken als "möglichen Zwischenschritt".

Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis. | Foto: picture alliance/dpa | Bernd von Jutrczenka

Für den Präsidenten des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), Helmut Schleweis, ist die Schaffung eines Zentralinstitutes nicht vom Tisch. Das sagte er in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg.

In ihm bezeichnete er die Bündelung von Geschäftsbereichen unter den einzelnen Landesbanken als einen "möglichen Zwischenschritt".

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Das Ziel läßt sich auf verschiedenen Wegen erreichen. Man kann vieles verbinden und dann letztendlich zu weniger Einheiten kommen. Oder man kann ein Zentralinstitut von vornherein als Rahmen setzen.

Helmut Schleweis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV)

"Das Ziel lässt sich auf verschiedenen Wegen erreichen. Man kann vieles verbinden und dann letztendlich zu weniger Einheiten kommen. Oder man kann ein Zentralinstitut von vornherein als Rahmen setzen", zitiert Bloomberg Schleweis.

Der Sparkassen-Präsident ergänzte: "Beide Wege führen zum eigentlichen Ziel, allerdings mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Beides unterstütze ich."

Schleweis, der noch bis Ende kommenden Jahres im Amt sein wird, gilt als Verfechter eines Zentralinstituts. Allerdings stockte die Umsetzung durch die Corona-Pandemie seit dem Frühjahr 2020.

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In der Sparkassen-Welt ist das Zentralinstitut zwar nicht grundsätzlich umstritten, sehr wohl aber der Weg dahin. So hat sich der einflussreiche Präsident des , Peter Schneider, im vergangenen Jahr für "kontinuierliche, verdauliche Schritte" ausgesprochen. Auch warnte er, dass eine "Superlandesbank" weniger wert sein könnte als die Summe der Teile.

Rolle der Deka ist umstritten

Umstritten ist insbesondere, welche Rolle die Deka, die Fondsgesellschaft der deutschen Sparkassen, in einem Zentralinstitut spielen soll. Es gibt Stimmen, die fordern, die Deka außen vor zu lassen und verweisen auf das genossenschaftliche Modell, das mit der DZ Bank einerseits ein Zentralinstitut und mit Union Investment eine separate Fondsgesellschaft unterhält.

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Schwierig sind auch die Eigentumsverhältnisse. Einige Landesbanken, die in einem Zentralinstitut aufgehen würden, befinden sich mehrheitlich im Besitz von Bundesländern, bei anderen wiederum sind die Sparkassen große Anteilseigner.

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