Ostdeutsche Sparkassen wollen eine unabhängige Deka

Das Ringen um ein Zentralinstitut hält an: Im Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg positioniert sich jetzt der Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbands, Michael Ermrich.
Michael Ermrich, Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbands. | Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Patrick Pleul
Michael Ermrich, Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbands. | Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Patrick Pleul

Eine Fusion der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) mit der Deka: Das könnte der Nukleus für ein Zentralinstitut in der öffentlich-rechtlichen Säule werden. So zumindest lautet die Vision von Helmut Schleweis, dem Präsidenten des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV). Doch in der Fläche zeigt man sich nach wie vor zerstritten. Der jüngste Gegenwind kommt aus Ostdeutschland.

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"Die DekaBank als Wertpapierhaus muss meiner Meinung nach nicht Bestandteil eines Zentralinstituts werden. Sie sollte als eine eigenständige Säule neben einem Zentralinstitut weiter existieren", zitiert das Handelsblatt online aus einem Interview der Nachrichtenagentur Bloomberg mit Michael Ermrich, Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbands. Die ostdeutschen Sparkassen sind mit knapp zehn Prozent an der Deka beteiligt.

"Es kommt ja auch niemand auf die Idee, die öffentlichen Versicherungen oder die Bausparkassen zum Bestandteil eines Zentralinstituts zu machen", begründet Ermrich Bloomberg zufolge seinen Standpunkt.

Die Schaffung eines Zentralinstituts, wie es Schleweis vorschwebt, gilt als kompliziert. Nicht zuletzt ob der Besitzverhältnisse der Landesbanken, an denen die Bundesländer einen größeren oder kleineren Anteil halten.

Während Sparkassen-Bundesobmann Walter Strohmaier vor kurzem, ebenfalls in einem Bloomberg-Interview, sagte, die Befürworter eines Zentralinstituts würden zunehmen, herrscht andernorts Skepsis vor.

Unterstützung für Sparkassen-Zentralinstitut wächst

So ist beispielsweise der Präsident des Sparkassenverbands Baden-Württemberg, Peter Schneider, nicht grundsätzlich gegen ein Zentralinstitut, sprach sich vor kurzem aber für "kontinuierliche, verdauliche Schritte" aus. Auch warnte er, dass eine "Superlandesbank" weniger wert sein könnte, als die Summe der Teile.

Stell dir vor, es gibt eine Fusion, aber niemand kann sie beaufsichtigen 

Bislang gehen die Landesbanken einer Fusion aus dem Weg. So hatten die Helaba und die LBBW kürzlich angekündigt in verschiedenen Geschäftsfeldern zusammenarbeiten zu wollen.

Helaba und LBBW bündeln ihre Kräfte ohne Fusion

Einen ähnlichen Schritt waren zuvor die BayernLB und die LBBW gegangen.

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