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BaFin erwartet Fusion im Landesbanken-Sektor

Obwohl sich viele Beteiligte dagegen sträuben, geht der derzeit oberste deutsche Bankenaufseher Raimund Röseler von erfolgreichen Verhandlungen aus.

Raimund Röseler, Interimschef der BaFin | Foto: picture alliance/dpa

Die Finanzaufsicht BaFin rechnet trotz Widerständen bei manchen Beteiligten mit einer Konsolidierung im Landesbanken-Sektor. "Ich erwarte, dass sich bei den Landesbanken etwas tun wird", sagte Interimschef Raimund Röseler dem Handelsblatt.

"Wir als Finanzaufsicht sind für alle Möglichkeiten offen und reden gern mit allen Beteiligten, um Vor- und Nachteile aller Optionen abzuwägen." Seiner Wahrnehmung nach befürworte die Mehrheit der Sparkassen Zusammenschlüsse auf Landesbanken-Ebene.

Meine Hoffnung ist, dass die Fusionsgespräche zwischen zwei Instituten, bei denen die Beteiligten im Frühjahr 2020 die Pausetaste gedrückt haben, bald weitergeführt werden

Raimund Röseler, Interimschef der BaFin

"Meine Hoffnung ist, dass die Fusionsgespräche zwischen zwei Instituten, bei denen die Beteiligten im Frühjahr 2020 die Pausetaste gedrückt haben, bald weitergeführt werden", sagte Röseler. Damals gab es Fusionsgespräche zwischen der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) und der Fondsgesellschaft Deka. Die Verhandlungen wurden wegen der Corona-Pandemie auf Eis gelegt. Zudem sahen Beteiligten auf beiden Seiten eine Fusion kritisch.

Große grenzüberschreitende Fusionen mit deutscher Beteiligung halte ich aktuell allerdings für sehr unwahrscheinlich.

Raimund Röseler,

Bei den großen Instituten erwartet Röseler dagegen keine schnellen Zusammenschlüsse. "Vielleicht gibt es mal den einen oder anderen Übernahmeversuch. Große grenzüberschreitende Fusionen mit deutscher Beteiligung halte ich aktuell allerdings für sehr unwahrscheinlich." Mit ihm habe lange kein potenzieller ausländischer Käufer gesprochen.

BGH-Urteil löst kein Worst-Case-Szenario aus

Röseler zeigte sich entspannter mit Blick auf das Urteil des Bundesgerichtshof zu Gebührenerhöhungen. "Ich gehe mittlerweile nicht mehr von dem Worst-Case-Szenario aus", sagte er. Die Banken müssten voraussichtlicht weniger Gebühren zurückbezahlen als anfangs befürchtet. Die BaFin hatte vor ein paar Monaten noch gesagt, im schlimmsten Fall könnten die Folgen des Urteils die Hälfte der Jahresgewinne der Banken auffressen. Der BGH entschied im April, dass Banken Konto- oder Depotgebühren ohne die aktive Zustimmung ihrer Kunden nicht erhöhen dürfen.

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Zwar lägen der BaFin erste Schätzungen zu den daraus resultierenden Kosten vor, aber eine Hochrechnung sei noch nicht möglich. "Daher starten wir in diesem Monat Workshops mit einzelnen Banken zu dem Thema und haben zusätzlich etwa 100 Institute um ihre Einschätzung gebeten", sagt Röseler. "Man kann aber jetzt schon sagen, dass es für die Banken teuer wird. In Einzelfällen kann es tatsächlich um die Hälfte des Jahresüberschusses gehen, die Spannweite ist aber sehr, sehr groß."

Röseler ist bei der BaFin für Bankenaufsicht zuständig und leitet seit dem Ausscheiden des früheren Präsidenten Felix Hufeld die Behörde interimistisch. Im August fängt der neue Chef Mark Branson an, der von der Schweizer Finanzaufsicht kommt.

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