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Helaba und LBBW bündeln ihre Kräfte ohne Fusion

Beide Landesbanken streben eine Bündelung von Kompetenzen in diversen Feldern des Sparkassengeschäfts an und übertragen sich gegenseitig Geschäftsaktivitäten. Die Institute haben eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet.

Gebäude der Helaba (links) und der LBBW (rechts). | Foto: picture alliance / Frank Rumpenhorst/dpa (links); picture alliance/dpa | Marijan Murat (rechts)

(Aktualisiert: weitere Details, Kommentar der Helaba und Hintergrund)

Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) und die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) übertragen sich gegenseitig Geschäftsaktivitäten - ohne vollständig zu fusionieren. Mit der Bündelung von Kompetenzen wollen sie einen Beitrag zur Stärkung der S-Finanzgruppe leisten. Das teilten beide Landesbanken in einer gemeinsamen Mitteilung heute mit.

Zins- Währungs- und Rohstoffmanagement bei der LBBW

Vorgesehen ist, das Zins-, Währungs- und Rohstoffmanagement (ZWRM) mit Sparkassen beziehungsweise deren Kunden in der LBBW zusammenzuführen. Alle ZWRM-Geschäfte mit eigenen Corporate- und Mittelstandskunden verbleiben den Angaben zufolge bei der Helaba.

Die LBBW werde zusätzlich das komplette Verwahrstellengeschäft für Spezial- und Publikumsfonds der Helaba übernehmen.

Auslandszahlungsverkehr

Die Helaba wiederum soll künftig das Dokumentäre Auslandsgeschäft und den Auslandszahlungsverkehr für Sparkassen und deren Kunden zusammenzuführen. Außerdem soll die Helaba das Sorten- und Edelmetallgeschäft der LBBW übernehmen. Auch hier gilt: Das Dokumentäre Auslandsgeschäft sowie den Auslandszahlungsverkehr für ihre eigenen Unternehmenskunden werde die LBBW weiterhin selbst ausführen, heißt es in der Mitteilung.

Wettbewerbsintensität

Laut der gemeinsamen Mitteilung diene die angestrebte Zusammenlegung einzelner Geschäftsfelder auch zur Sicherstellung der sehr hohen Produkt- und Servicequalität vor dem Hintergrund der weiterhin sehr großen Wettbewerbsintensität.

Völlig unklar ist derweil, was die Zusammenlegung einzelner Bereiche für die Mitarbeiter bedeutet oder ob Assets transferiert werden. Ein Sprecher der Helaba lehnte auf Nachfrage von FinanzBusiness einen weiteren Kommentar ab. Er wies darauf hin, dass es sich zunächst um eine Absichtserklärung beider Landesbanken handele.

Details Gegenstand weiterer Gespräche

Wie die Übertragung der Geschäftseinheiten exakt vonstatten gehen soll, ist auch noch nicht in Stein gemeißelt, sondern Gegenstand weiterer Gespräche, heißt es in der Mitteilung. Auch das Bundeskartellamt muss dem Plan noch grünes Licht geben.

Allen voran Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis hatte sich in der Vergangenheit für eine Super-Landesbank ausgesprochen. Ein Zusammengehen von Helaba und Dekabank sollte der Ausgangspunkt eines Zentralinstituts sein. Während der Corona-Pandemie wurde das Projekt aber nicht weiter verfolgt.

"Deshalb war es richtig, die Pause-Taste zu drücken - aber Pause heißt nicht Stopp," sagt Helmut Schleweis 

Laut der Nachrichtenagentur dpa ist der jetzt angedachte Plan aber nicht der Startschuss zu einer Landesbankfusion.

Die LBBW kooperiert in einigen Geschäftsbereichen auch schon mit der BayernLB. So hat sie zu Jahresbeginn auch das Zins-, Währungs- und Rohstoffmanagement der BayernLB übernommen.

LBBW übernimmt Geschäftsfeld der BayernLB

In den Reihen der Sparkassen hat man sich immer wieder für engere Kooperationen der Landesbanken ausgesprochen.

Präsident des Sparkassenverbands Bayern plädiert für mehr Kooperation unter Landesbanken

Der Präsident des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg, Peter Schneider, hatte sich jüngst für verdauliche, kontinuierliche Schritte und gegen eine "Bing-Bang-Lösung" ausgesprochen.

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