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Fusion in Oberbayern: Kreissparkasse startet zweiten Versuch

2016 scheiterten die Gespräche mit den Nachbarn, doch jetzt soll nichts mehr schiefgehen: Die Kreissparkasse Garmisch-Partenkirchen bereitet sich zum zweiten Mal auf einen Zusammenschluss mit der Sparkasse Oberland vor. Die Gremien entscheiden bis Ende Juli.

Schriftzug "Sparkasse" an einer Fassade (Symbolbild) | Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Patrick Pleul

Die Sparkasse Oberland mit Sitz in Weilheim und die Kreissparkasse Garmisch-Partenkirchen sprechen erneut über eine Fusion. Noch im Juli soll darüber entschieden werden, so eine Sprecherin der Kreissparkasse Garmisch-Partenkirchen auf Nachfrage von FinanzBusiness. Am 6. Juli berate zunächst der Kreisausschuss, am 28. Juli auch der Kreistag. Zu den Gründen äußert sie sich nicht.

Neuauflage der Pläne von 2016

Die Institute haben Medienberichten zufolge vor rund fünf Jahren schon einmal über einen Zusammenschluss verhandelt. Geplant war ursprünglich eine Dreierfusion zwischen den Vereinigten Sparkassen im Landkreis Weilheim sowie den Kreissparkassen Schongau und Garmisch-Partenkirchen - letztere sagte jedoch ab: Die Sparkasse Oberland entstand im April 2017 ohne sie. Heute kommt sie auf eine Bilanzsumme von 3,3 Mrd. Euro.  

Die Anzahl der Vollzeitstellen ist seit der Fusion um 15 Prozent gesunken, weil wir Prozesse effizienter gestalten konnten.

Thomas Orbig, Vorstandsvorsitzender, Sparkasse Oberland

Laut Thomas Orbig, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Oberland, waren es die Nachbarn aus Garmisch-Partenkirchen, die das Thema wieder auf die Agenda setzten – allerdings nicht aus einer Krisensituation heraus. "Die sind ebenso stabil aufgestellt wie wir, beim Eigenkapital sind sie sogar noch einen Tick besser", wird er in einem Bericht des "Merkur" zitiert. 

"Wenn wir zusammengehen, wären wir eine der größeren Sparkassen in Bayern", sagt Orbig der Zeitung. Es gebe zwar keine Einsparungs-Ziele, aber aus der Fusion von 2017 wisse man, dass sich automatisch Synergie-Effekte ergeben würden: "Die Anzahl der Vollzeitstellen ist seit der Fusion um 15 Prozent gesunken, weil wir Prozesse effizienter gestalten konnten", erklärt der Vorstandsvorsitzende.

Insgesamt gibt es in Bayern derzeit noch 64 Sparkassen, wobei eine Fusion im Bundesland schon beschlossen ist: Zum 1. Januar 2022 schließen sich die Sparkasse Memmingen-Lindau-Mindelheim und die Kreissparkasse Augsburg zusammen - zur Sparkasse Schwaben-Bodensee. Das neue Institut kommt, wie berichtet, auf eine Bilanzsumme von 8,8 Mrd. Euro.

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Für den Vorstandsvorsitzenden mag juristisch noch nicht alles ausgestanden sein, das Institut selbst vollzieht trotzdem den nächsten Schritt: nach Hessen. Der Zusammenschluss mit der Raffeisenbank Borken greift rückwirkend zum 1. Januar. 

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