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Zwei weitere US-Banken melden Gewinneinbruch

Nach JP Morgan, Morgan Stanley und Wells Fargo rüsten sich auch Goldman Sachs und Bank of America für schlechtere Zeiten.

Die wachsende Rezessionsgefahr belastet die Quartalsgewinne der US-Großbanken. Im Bild Goldman Sachs. | Foto: Andrew Kelly/Reuters/Ritzau Scanpix/REUTERS / X02844

Im US-Bankensektor ziehen dunkle Wolken auf. Nachdem vor wenigen Tagen bereits JP Morgan, Morgan Stanley und Wells Fargo starke Gewinneinbrüche vermeldet hatten, verkünden nun mit Goldman Sachs und Bank of America zwei weitere Großbanken schlechte Nachrichten.

Auch Wells Fargo und Citigroup stocken Risikovorsorge auf

Gewinn von JP Morgan schrumpft

Die wachsende Rezessionsgefahr belastet die Quartalsgewinne im US-Bankensektor. Weil die Geldhäuser mehr für den Ausfall von Krediten zurückstellen mussten und das Geschäft mit Übernahmen und Fusionen einbrach, verzeichneten alle großen Kreditinstitute deutliche Gewinnrückgänge im zweiten Quartal.

Flaute im Investmentbanking

Bei Goldman Sachs ließ die Flaute im Investmentbanking den Gewinn im zweiten Quartal des Jahres um fast die Hälfte auf 2,8 Mrd. Dollar einbrechen. Im Vorjahreszeitraum lagen die Gewinne in diesem Bereich noch bei 5,3 Mrd. Dollar. Die Nettoumsätze bei Goldman Sachs lagen 23 Prozent unter dem Vorjahresniveau bei 11,86 Mrd. Dollar.

Die Folgen der Corona-Pandemie und einer drohenden Rezession führten auch bei der Bank of America im zweiten Quartal zu einem Gewinneinbruch. Der Rückgang bei Börsengängen und Übernahmen ließ das für die Großbank wichtige Investmentbanking-Geschäft im Vergleich zum Vorjahr um fast die Hälfte zurückgehen. Der Gewinn sank auf 5,93 Mrd. Dollar.

Finanzierung von Immobilien teurer

Auch die Rivalen JP Morgan, Morgan Stanley und Wells Fargo hatten für das zweite Quartal zum Teil herbe Gewinnrückgänge gemeldet. Im zweiten Quartal verzeichneten Wells Fargo, JP Morgan und Citigroup ein besseres Geschäft im Bereich der Unternehmenskredite, die zum Teil die Kosten der steigenden Inflation abfedern sollten.

Die US-Geldhäuser sollten durch bessere Margen von Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed profitieren. Doch die Zinserhöhung könnte laut dem Finanzchef von Morgan Stanley auch zu einem Rückgang im Kreditgeschäft führen - denn die höheren Zinsen bedeutet auch, dass die Finanzierungen etwa für Immobilien teurer werden. Die Bankchefs befürchten zudem, dass die Inflation die Verbraucherausgaben und damit auch die Nachfrage nach Privatkredite dämpfen wird.

Blick auf Gewinnzahlen europäischer Häuser

Inflationssorgen und die Gefahr einer Rezession dürften sich auch in den Gewinnzahlen der europäischen Banken zeigen. Die Deutsche Bank veröffentlicht ihre Zahlen zum zweiten Quartal am 27. Juli. Die Inflation habe ”enormes disruptives Potenzial”, sagte Bankchef Christian Sewing Ende Juni. ”Ich kann nicht verleugnen, dass ich mir Sorgen darüber mache, was uns in den nächsten 12 Monaten bevorsteht.”

Die Analysten von S&P sehen dabei jedoch in den USA ein höheres Rezessionsrisiko als in Europa, wo sie 85 Prozent der großen Banken mit einem stabilen Ausblick eingestuft haben.

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