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EZB und Schwedens Zentralbank testen währungsübergreifendes Zahlungssystem

Gemeinsam mit der Sveriges Riksbank prüft die Europäische Zentralbank eine neue Methode, um blitzschnelle Zahlungstransfers auch in andere Währungen zu gewährleisten. Damit will Europa unabhängiger von ausländischen Anbietern wie Visa oder Mastercard werden.

Scheine verschiedener europäischer Währungen, (von oben) schwedische Kronen, kroatische Kuna und dänische Kronen | Foto: picture alliance / Tobias Hase/dpa

Die EZB untersucht, ob und wie ihre Technologie TARGET Instant Payment Settlement (TIPS) den Zahlungsverkehr zwischen verschiedenen Währungen unterstützen kann.

Dazu startet sie laut einer Mitteilung ab Oktober 2020 ein Projekt zusammen mit Schwedens Zentralbank (Sveriges Riksbank).

Das im November 2018 gestartete Echtzeitbezahlsystem TIPS ermöglicht Zahlungen in Echtzeit rund um die Uhr. Bislang ist das nur in Euro, grundsätzlich ist das System aber auch für andere Währungen offen. Schweden ist bereits Teil von TIPS.

EZB und Schwedens Riksbank einigen sich auf Kooperation bei Echtzeitzahlungen

Abwicklung von Sofortzahlungen

In dem neuen Projekt wird TIPS ab Mai 2022 beginnen, Sofortzahlungen in schwedischen Kronen abzuwickeln. Die EZB und die Sveriges Riksbank probieren dabei aus, wie die Plattform in die Lage versetzt werden kann, währungsübergreifende Sofortzahlungen zwischen Euro und schwedischen Kronen abzuwickeln.

Ziel ist, dass ein schwedischer Kunde beim Einkauf mit zwar mit schwedischen Kronen in einem beliebigen Land der Eurozone zahlt, die Überweisung aber innerhalb weniger Sekunden in Euro beim Händler eingeht. Ein Kunde in der Euro-Zone könnte auf die gleiche Weise Euro als Zahlungsmittel für Waren in Schweden überweisen.

TIPS soll internationaler Konkurrenz Paroli bieten

Europa soll mit TIPS im Zahlungsverkehr unabhängiger von ausländischen Anbietern werden. Bislang dominieren auch auf dem europäischen Markt Kartenzahlungen von US-Unternehmen wie Visa und Mastercard. Zudem drängen große Tech-Unternehmen wie Google, Facebook und Apple oder der chinesische Anbieter Alibaba auf den Markt für digitale Bezahl-Lösungen.

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