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Genossen sichern sich den Schufa-Anteil

Die Teambank und mehrere Volksbanken erwerben zusammen weitere 6,7 Prozent an der Schufa. Gemeinsam mit den Sparkassen halten die Genossenschaftbanken nun eine Mehrheit an der Wirtschaftsauskunftei.

Das Schufa-Logo ist auf einer Wand der Firmenzentrale in Wiesbaden. | Foto: picture alliance/dpa | Andreas Arnold

Das Gerangel um einen Mehrheitsanteil an der Schufa war groß - nun gehen offensichtlich die Genossenschaftsbanken als Gewinner aus dem Wettrennen hervor.

Laut dem ”Handelsblatt” haben die Teambank und mehrere Volksbanken zusammen ein Vorkaufsrecht ausgeübt und erwerben weitere 6,7 Prozent an der Schufa. Veräußert werden die Anteile von der französischen Bank Société Générale.

Die Teambank, ein Ratenkreditspezialist, gehört zum genossenschaftlichen Spitzeninstitut DZ Bank und ist bereits an der Schufa beteiligt. Gemeinsam kommen die Genossen durch die Übernahme auf einen Anteil von 27 Prozent an der Schufa.

”Bei der Schufa streben wir eine Sperrminorität an”, sagt Cornelius Riese

Sparkassen und Genossenschaftsbanken halten an ihrer Schufa-Beteiligung fest

Sparkassen und Genossen erreichen Mehrheit

Da die Sparkassen-Finanzgruppe ebenfalls rund 26 Prozent hält, kommen beide zusammen somit auf eine Mehrheit an der Wiesbadener Wirtschaftsauskunftei. Weder der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) noch die Schufa äußerten sich auf Nachfrage zu dem Deal. Dem Handelsblatt hatte ein DSGV-Sprecher lediglich gesagt, dass sich an der ”ursprünglichen Interessenlage bezüglich der Schufa” nichts geändert habe.

Seit Monaten hatten verschiedene Interessen um den Kauf der Schufa-Anteile gerangelt, unter anderem hatte der schwedische Finanzinvestor EQT Interesse an zehn Prozent der Anteile von Société Générale bekundet. Der Wert der Schufa wurde damals auf zwei Milliarden Euro taxiert.

EQT will die Schufa ganz, die Genossen schießen quer

EQT beteiligt sich an der Schufa

Daraufhin hatten sich die Sparkassen und Genossen verbündet, um zu verhindern, dass EQT die Kontrolle bei der Schufa übernimmt. Durchsetzen können sie das durch ihr Vorkaufsrecht für den Fall, dass einer der Schufa-Aktionäre verkaufen will.

Unterschiedliche Strategien für die Schufa

Der Wettstreit beider Seiten drehte sich auch um die künftige Ausrichtung der Auskunftei. So will EQT die Schufa internationaler ausrichten, während Sparkassen und Genossenschaftsbanken am Status quo festhalten wollen.

Das Handelsblatt zitiert den Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) mit den Worten, die Beteiligung von Mitgliedern der genossenschaftlichen Finanzgruppe an der Schufa habe ”eine hohe strategische Bedeutung“. An der Schufa sind neben Sparkassen und Genossenschaftsbanken, private Banken, darunter Auslandsbanken, und Handelsunternehmen beteiligt.

Aber auch Investor EQT lässt bei der Schufa nicht locker: Nachdem er sich im Bieterstreit nicht durchsetzen konnte, will er sich nun als ”bedeutender Minderheitsaktionär” einbringen.

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