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Degussa Bank-Chef rückt vom Kurs des Vorgängers ab

Nach dem Willen von Michael Krupp, seit September Vorstandsvorsitzender der Degussa-Bank, soll das Institut sich wieder wieder mehr auf das Banking konzentrieren.

Logo und Schriftzug der Degussa Bank, | Foto: picture alliance / Wolfram Steinberg

Sein Vorgänger Jürgen Eckert sah die Zukunft der Degussa Bank in einem digitalen "Mehrwert-Universum“. Nachfolger Michael Krupp, seit September 2021 im Amt, will die Bank nun wieder aufs Banking, konkret auf das Baufinanzierungs-, Wertpapier- und Versicherungsgeschäft fokussieren, wie die "Börsen-Zeitung" berichtet.

Die Digitalisierung will der Vorstandsvorsitzende der Degussa Bank trotzdem weiter treiben, aber mit anderen Vorzeichen: Er strebt eine "Refokussierung auf banknahe Digitalisierung" an. 

Kernstück dieser Erneuerung bleibt die digitale Filiale, die den den realen Besuch einer Degussa-Zweigstelle digital simuliert. Das Konzept dazu hat sich die Bank sogar patentieren lassen.

Degussa Bank patentiert virtuelle Filiale und schließt Standorte 

"Die digitale Filiale ist ein ganz zentraler Bestandteil der Strategie", sagte Krupp der Börsen-Zeitung. Hier sei alles möglich, beispielsweise auch ein Whitelabel-Angebot, das der Degussa Bank Provisionserträge beschere. So werde die Bank in der Lage sein, "das Geschäft und somit die Erträge zu verdoppeln. Wir würden IT-, Projekt- und Stabskosten in der Größenordnung von circa 35 Prozent einsparen", sagt Krupp. Auf der Kostenseite verblieben für das zusätzliche Geschäft nur rund 65 Prozent des aktuellen Kostenniveaus.

Verkauf ist eine Frage des Preises

Auch zu einem möglichen Verkauf der der Degussa Bank äußerte sich der Vorstandsvorsitzende: "Ein möglicher Verkauf der Degussa Bank ist natürlich Sache der Eigentümer. Bei einem attraktiven Preis ist das gut vorstellbar", sagte Krupp.

Gegen die M.M.-Warburg-Mitinhaber Christian Olearius und Max Warburg, denen die Degussa Bank über zwei Beteiligungsgesellschaften mehrheitlich gehört, laufen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen Cum-ex-Geschäften. Die Eigner stützen nach einer hohen Steuerzahlung die Warburg Bank mit mit 155 Mio. Euro.

M.M. Warburg begleicht Steuerforderungen aus Cum-Ex-Geschäften

Vor diesem Hintergrund versuchen sie bereits seit 2020, die Degussa Bank zu verkaufen - bislang war aber der gebotene Preis wohl zu niedrig.

Warburg-Eigner forcieren wohl den Verkauf der Degussa Bank 

Die Mehrheit an der Industria Wohnen hat die Degussa Bank bereits im Oktober an das Hamburger Immobilien- und Investmentunternehmen Becken verkauft.

Der Verkauf hat laut Krupp maßgeblich dazu beigetragen, dass die Bank 2021 nach Steuern ein Ergebnis von über 100 Mio. Euro erzielte. Vorgänger Eckert hatte im August noch ein Vorsteuerergebnis von drei Millionen Euro erwartet. 

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