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Petrus Advisers pocht bei der Aareal Bank auf eigene Aufsichtsratsposten

Eine Morgan-Stanley-Panne verhinderte angeblich die Stimmenabgabe des Hedgefonds Teleios auf der Hauptversammlung. Der aktivistische Investor hat das Wiesbadener Landgericht jetzt mit der Bestellung der Kandidaten beauftragt. Ein Sprecher der Bank nimmt gegenüber FinanzBusiness Stellung.

Zentrale der Aareal-Bank in Wiesbaden. | Foto: picture alliance / dpa | Fredrik von Erichsen

Der größte Aktionär der Aareal Bank, Petrus Advisers, legt offenbar im Streit um die Besetzung des Aufsichtsrats noch eine Schippe drauf. Nun soll das Wiesbadener Amtsgericht drei von Petrus genannte Kandidaten in das Kontrollgremium der Immobilienbank bestellen, wie es in einem Schreiben heißt, das dem "Handelsblatt" vorlag.

Petrus Advisers konfrontiert Aareal Bank mit neuen Anschuldigungen

Petrus Advisers hatte seine Interessen auf der außerordentlichen Aktionärsversammlung der Aareal Bank am 9. Dezember nur zum Teil durchsetzen können. Eine Mehrheit der Aktionäre hatte zwar drei Mitglieder des Kontrollgremiums abgewählt, allerdings bekam der Londoner Hedgefonds keine Mehrheit für die eigenen Kandidaten zusammen: 56 Prozent der Aktionäre stimmten dagegen.

Dafür ist nach Angaben von Petrus Advisers eine technische Stimmenpanne verantwortlich. Das Votum des Londoner Hedgefonds Teleios, der ähnliche Ziele wie Petrus Advisers verfolgt, blieb demnach unberechtigt. Schuld sei die US-Großbank Morgan Stanley, die die Stimmen von Teleios, der gut fünf Prozent der Aareal-Anteile hält, nicht rechtzeitig an die virtuell abgehaltene Hauptversammlung abgegeben hatte. Teleios, Morgan Stanley kommentierten dies gegenüber dem "Handelsblatt" nicht.

Aareal-Aktionäre kritisieren Streichung der Dividende und Aktienkaufpreis

"Die Hauptversammlung ist korrekt abgelaufen, die Abstimmungsergebnisse sind für uns gültig und bindend", ließ ein Sprecher des Instituts FinanzBusiness wissen. Die Bank habe vor Gericht eigene Kandidaten eingereicht und der Prozess laufe. Er machte überdies deutlich, dass die vorgeschlagenen Mitglieder Laber und Khüny bereits auf der regulären Hauptversammlung im Mai abgelehnt worden seien.

Nach Erkenntnissen des "Manager Magazins" hatte Teleios zuvor in einem Schreiben an die Aareal Bank ebenfalls darauf bestanden, dass sie die Petrus-Advisers-Kandidaten Heinz Laber, Marion Khüny sowie Joachim Sonne berücksichtigen sollten.

Zwölf Mitglieder zählt der Aufsichtsrat der Aareal Bank normalerweise - darunter sind vier Arbeitnehmervertreter. Vorstand, Aufsichtsrat oder ein Aktionär können eine Neubesetzung der Posten beantragen. Meist folgen Gerichte in solchen Fällen den Vorschlägen, die von der entsprechenden Aktiengesellschaft eingebracht werden.

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Vorstand und Aufsichtsrat der Aareal Bank hatten vor einigen Tagen das Übernahmeangebot der Atlantic Bidco ausdrücklich empfohlen. Petrus Advisers steht dem 70-Prozent-Mehrheitsverkauf kritisch gegenüber, da er andere strategische Ziele verfolgt.

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