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Sparkassen planen den Einstieg in den Handel mit Kryptowährungen

Nach Medienberichten wollen die deutschen Sparkassen ein eigenes Angebot für den Handel mit Bitcoin und Co. aufziehen. Das bislang geheime Projekt ist beim IT-Dienstleister S-Payment angesiedelt.

Das Sparkassen-Logo | Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress | Christoph Hardt/Geisler-Fotopres

Deutschlands Sparkassen könnten ihren Kunden künftig den Handel mit Kryptowährungen wie Bitcoin und Ether ermöglichen. Ein Team beim IT-Dienstleister S-Payment feilt derzeit in einem Pilotprojekt an einem Konzept für einen solchen Service. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) bestätigte am Montag entsprechende Informationen, die zuvor von "Capital", "finanz-szene.de" und "Finance Forward" veröffentlicht wurden.

Gremienentscheid im 1. Halbjahr 2022

"Das Interesse an Krypto-Assets ist enorm, das sieht auch die Sparkassen-Finanzgruppe", sagte ein DSGV-Sprecher. "Bei der S-Payment, der auf Zahlungsverkehrsdienstleistungen spezialisierten Tochter der DSV-Gruppe, wird daher in einem Projekt geprüft, welche Möglichkeiten und Risiken eine Wallet bietet, in der Kunden von Sparkassen Krypto-Assets sicher verwahren können." Das Projektteam bereite Entscheidungen in den Gremien der Sparkassen-Gruppe im ersten Halbjahr 2022 vor.

Bei der S-Payment (...) wird in einem Projekt geprüft, welche Möglichkeiten und Risiken eine Wallet bietet, in der Kunden von Sparkassen Krypto-Assets sicher verwahren können.

Sprecher des DSGV

Angedacht ist den Medienberichten zufolge, Sparkassen-Kunden direkt über ihr Girokonto den Kauf von Kryptowährungen zu ermöglichen. Ob die Idee umgesetzt wird, ist offen. Im besten Fall könnten die entsprechenden Beschlüsse in den Sparkassen-Gremien bis Ende des ersten Quartals gefasst werden, heißt es in den Berichten.

Potenzieller Platzhirsch

Fällt das Votum positiv aus, hätte das enorme Folgen auf den Kryptomarkt, schließlich erreichen die deutschen Sparkassen mit ihren rund 50 Mio. Kunden einen Massenmarkt. Bislang haben sich nur wenige Banken selbst an das Thema herangetraut.

Banken scheuen Kryptowährungen 

Erste Sparkassen könnten die sogenannten Krypto-Wallets, also digitale Geldbörsen, zunächst in einem Pilotprojekt anbieten. Letztlich würde jede der 370 Sparkassen später eigenständig entscheiden, ob sie den Kryptohandel einführt oder nicht.

Notenbanker halten Krypto-Token nicht für eine richtige Währung und warnen vor Risiken infolge von Spekulationsblasen. Aus ihrer Sicht fehlt die Kontrolle durch eine Zentralbank oder einen Staat.

Bitcoin & Co stehen unter Beobachtung

Die Kurse schwanken stark. Der Preis der weltweit bekanntesten Kryptowährung Bitcoin hat sich in diesem Jahr zunächst auf ein Rekordhoch von gut 67.000 Dollar (59.200 Euro) mehr als verdoppelt, gab dann auf 42.000 Dollar nach und nahm zuletzt wieder die 50.000-Dollar-Marke ins Visier.

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