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Deutsche Bank sucht einen Nachfolger für Andreas Loetscher

In der Causa Wirecard wird weiterhin gegen ihn ermittelt, nun schafft die Deutsche Bank Fakten: Das Institut schreibt die Leitung des Rechnungswesens neu aus. Loetscher ist seit Anfang Januar freigestellt.

Zentrale der Deutschen Bank (rechts) in Frankfurt | Foto: picture alliance / Daniel Kalker | Daniel Kalker

Nach Beginn der Ermittlungen in der Causa Wirecard ist Andreas Loetscher bei der Deutschen Bank vor gut einem Jahr als Leiter des Rechnungswesens zurückgetreten - es sollte vorübergehend sein, doch die Lage entwickelte sich anders: Loetschers Position wird nicht länger freigehalten.

Leiter des Rechnungswesens der Deutschen Bank tritt "vorübergehend" zurück 

In einem internen Memo, das FinanzBusiness vorliegt, erklärt Finanzvorstand James von Moltke, er wolle die Stelle des Chief Accounting Officers jetzt neu besetzen. Er betont zugleich, dass dies keine Vorverurteilung sei.

Deutsche Bank hält die Türen offen

Der Schritt sei "weder ein Eingeständnis eines Fehlverhaltens von Andreas noch eine Änderung der Sichtweise seitens der Bank", schreibt von Moltke. Die Bank wisse "die zahlreichen Beiträge von Andreas als Chief Accounting Officer und im vergangenen Jahr als Senior Counsel des Chief Accounting Office für Finanzen sowie bei der Erfüllung seiner anderen Aufgaben sehr zu schätzen".

Loetscher hat als einer der leitenden Partner von EY über Jahre die Bilanzen von Wirecard geprüft, von 2015 bis 2017. Dann wechselte er zur Deutschen Bank, wo er 2018 Leiter des Rechnungswesens wurde - dort stünden ihm laut von Moltke weiterhin alle Türen offen, auch in leitender Funktion. Zunächst sei der Manager aber für weitere sechs Monate freigestellt, heißt es. 

Über die Nachfolgersuche hatte zuerst die "Börsen-Zeitung" berichtet.

Seit Dezember 2020 war Loetscher von Brigitte Bomm vertreten worden, auf die damit eine Doppelverantwortung zukam: Bomm ist bei der Deutschen Bank Global Head of Tax.

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