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Ex-Wirecard-Prüfer geht gegen Sonderbericht vor

Andreas Loetscher will die Veröffentlichung des Berichts aus dem Wirecard-Ausschuss verhindern - laut Handelsblatt stellte er einen Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz. Loetscher ist heute bei der Deutschen Bank unter Vertrag.

Wirecard-Zentrale in Aschheim | Foto: picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann/SVEN SIMON

Der parlamentarische Untersuchungsausschuss zum Fall Wirecard hat seine Arbeit abgeschlossen, der Sonderbericht ist fertig - nun wehrt sich eine der zentralen Figuren gegen eine Veröffentlichung: Laut Handelsblatt hat Andreas Loetscher, der als ehemaliger Partner von EY die Bilanzen des insolventen Zahlungsdienstleisters von 2015 bis 2017 testiert hatte, beim Verwaltungsgericht Berlin einen Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz gestellt.

Dem Bericht zufolge geht es Loetscher um einzelne Passagen, die ihn betreffen. Ausgesagt hatte er vor dem Ausschuss allerdings nicht: Er war zwar als Zeuge geladen, verweigerte jedoch die Aussage.

Veröffentlichung für heute geplant

Der Abschlussbericht sollte ursprünglich am Dienstag, also heute, veröffentlicht werden. Dafür, dass Loetscher jetzt zu verhindern versucht, haben die Ausschussmitglieder kein Verständnis. Die Öffentlichkeit habe "ein Recht, umfänglich über die Arbeit und Bewertung des Ausschusses informiert zu werden", sagte Cansel Kiziltepe (SPD) dem Handelsblatt. "Dass EY und seine Vertreter mit allen Mitteln versuchen, das Verfassungsorgan Bundestag zu beeinflussen, ist erschreckend."

Lisa Paus (Bündnis 90/Die Grünen), ebenfalls Ausschussmitglied, hält Loetschers Antrag beim Verwaltungsgericht für ein "Eigentor". "Damit hat er sich maximale Aufmerksamkeit gesichert", sagte sie der Zeitung. "Es gibt keinen sachlichen Grund, die inhaltlich korrekte Darstellung, die ja auch gar nicht beanstandet wird, zu ändern."

Die Obleute des Ausschusses diskutierten am Montagabend gemeinsam über die neue Lage, zumindest Matthias Hauer (CDU) hat sich im Handelsblatt bereits klar positioniert: Loetscher komme eine wichtige Rolle bei der Aufarbeitung des Skandals zu, erklärt er. "Ihn nur anonymisiert im Bericht zu erwähnen kommt für die Union nicht infrage."

Andreas Loetscher arbeitet als Leiter Rechnungswesen seit 2018 für die Deutsche Bank. Wie berichtet, lässt er seine Pflichten derzeit ruhen.

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