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Chinas Krypto-Bann könnte Bitcoin & Co sogar stabilisieren

Nach dem Verbot kappen die ersten Krypto-Börsen die Verbindungen zum chinesischen Markt. Allerdings könnten sich der Bann für Bitcoin & Co sogar noch als Segen erweisen.

Kryptowerte wie Bitcoin und Co. | Foto: picture alliance / NurPhoto | Jakub Porzycki

In der vergangenen Woche gab die chinesische Regierung bekannt, entschlossener gegen Spekulationen mit Kryptowährungen vorgehen zu wollen.

Die Zentralbank hat ein landesweites Verbot für ausländischen Krypto-Börsen sowie für das Krypto-Mining erlassen. Nutzer dürfen ihre Rechnerkapazitäten also nicht mehr für die Prüfung und Verschlüsselung von Transaktionen zur Verfügung stellen.

China zieht bei Bitcoin & Co abrupt die Daumenschrauben an

Besonders überraschend kam das Verbot allerdings nicht. Schon in den Jahren zuvor hatte China beispielsweise ICOs verboten, Krypto-Mining eingeschränkt und erst Ende August 2021 angekündigt, Finanzinstituten die Entwicklung und Beteiligung an Krypto-Geschäften zu untersagen.

Gleichzeitig treibt die chinesische Regierung ihre eigene digitale Zentralbankwährung (CBDC) voran und hat den digitalen Yuan gerade in 28 Regionen eingeführt. Die strengen Regeln für private Kryptowerte wie Bitcoin & Co sind daher wohl auch als Versuch zu sehen, sich starker Konkurrenten zu entledigen.

Krypto-Börsen kappen die Verbindungen

Nach dem Verbot für ausländische Krypto-Börsen in der vergangenen Woche haben die ersten Anbieter Konsequenzen angekündigt. So will Binance Benutzeranmeldungen mit chinesischer Telefonnummer nicht mehr zu akzeptieren. Allerdings ist die Börse in China ohnehin bereits seit 2017 blockiert.

Der in China weit verbeitete Krypto-Wallet-Dienst TokenPocket erklärte, die einschlägigen Vorschriften "aktiv umsetzen" zu wollen. Huobi, eine der größten Kryptobörsen der Welt, hat bereits die Anmeldung neuer chinesischer Nutzer gestoppt und "wird schrittweise bestehende Benutzerkonten auf dem chinesischen Festland" bis zum Jahresende auflösen.

Die aus den USA stammende Krypto-Börse Coinbase, die seit kurzem auch in Deutschland aktiv ist, äußerte sich auf Nachfrage von FinanzBusiness nicht dazu, wie sie mit dem Verbot umgehen will.

Verbot könnte Bitcoin & Co langfristig stärken

"Bitcoin bringt alle Mechanismen für eine Währung mit, die ein Staat nicht kontrollieren kann und das findet China gefährlich", sagt Kristina Walcker-Mayer, CEO des Krypto-Fintechs Nuri (zuvor: Bitwala) zu der Entwicklung.

Mit dem aktuellen Transaktionsverbot in und aus China erleben wir bislang die härteste Sanktionsmaßnahme. Wir bei Nuri erwarten keine Auswirkungen der neuen Regelungen auf unser Geschäft

Kristina Walcker-Mayer, CEO von Nuri

"Mit dem aktuellen Transaktionsverbot in und aus China erleben wir bislang die härteste Sanktionsmaßnahme. Wir bei Nuri erwarten keine Auswirkungen der neuen Regelungen auf unser Geschäft", so Walcker-Mayer.

Die Kurse aller Kryptowährungen sanken nach der Ankündigung zunächst. Der Bitcoin sackte zeitweise um bis zu 9 Prozent ab - hat sich mittlerweile aber wieder erholt. Langfristig könnte sich der Rückzug Chinas aus dem Kryptohandel sogar positiv auf die Entwicklung des Bitcoin auswirken, meint Walcker-Mayer.

Wenn Geschäfte mit und Mining von Kryptowährungen zukünftig auf mehr verschiedene Länder aufgeteilt werden, dann könnte sich das auf Bitcoin & Co. sogar stabilisierend auswirken

Kristina Walcker-Mayer, CEO von Nuri

"Wenn Geschäfte mit und das Mining von Kryptowährungen zukünftig auf verschiedene Länder aufgeteilt werden, dann könnte sich das auf Bitcoin & Co. sogar stabilisierend auswirken, weil Entwicklungen in einzelnen Ländern weniger Einfluss auf den Gesamtmarkt haben. Grundsätzlich begrüßen wir es, wenn Länder eine Haltung zu Krypto einnehmen und Regelungen aufsetzen - ein Bann ist jedoch nicht der richtige Weg", sagt sie.

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