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Kandidaten für Banken-Top-Positionen werden bald mit KI-Tool durchleuchtet

Die EZB hat angekündigt, Kandidaten künftig mit dem KI-Werkzeug Heimdall zu prüfen. Die Software wertet die eingereichten Dokumente vorab aus - um den Prüfprozess zu beschleunigen.

EZB-Zentrale in Frankfurt | Foto: picture alliance / dpa | Boris Roessler

Die EZB-Bankenaufsicht nutzt künftig Künstliche Intelligenz (KI), um Kandidaten für Führungspositionen bei Geldhäusern zu durchleuchten. Die Europäische Zentralbank (EZB) habe die erste Version eines leistungsstarken Tools zur Verarbeitung natürlicher Sprache, benannt nach einem mythologischen Gott der Wikinger ’Heimdall’, auf den Weg gebracht, kündigte EZB-Bankenaufseherin Elizabeth McCaul auf einer Veranstaltung in Turin an.

Heimdall beschleunigt die Analyse

Das Werkzeug werde die EZB bei ihren sogenannten ’Fit-and-Proper’-Bewertungen unterstützen. So werden bei der Aufsicht die Beurteilungen der fachlichen Qualifikation und persönlichen Zuverlässigkeit von Kandidaten für Führungspositionen bei beaufsichtigten Instituten bezeichnet.

”Heimdall verarbeitet und voranalysiert automatisch Dokumente, die von Banken für potentielle Führungsmitglieder und Inhaber von Schlüsselpositionen eingereicht werden”, erläuterte McCaul. Heimdall könne Dokumente in natürliche Sprache lesen und verarbeiten und die Informationen nach vorbestimmten Regeln für die Aufseher strukturieren.

Dadurch gewännen diese mehr Zeit, um sich auf die wichtigsten Aspekte der Beurteilung von Kandidaten zu konzentrieren, erläuterte McCaul. In der nordischen Mythologie ist Heimdall ein Wächter, der die Regenbogen-Brücke Bifröst bewacht, die zum Himmelreich Asgard der Götter führt.

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