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EZB will den Banken das Leben leichter machen

Das Meldewesen für die Institute soll entschlackt werden. Dazu hat die EZB ein Projekt für einen zentralen Rohdatenspeicher für Bankdaten gestartet.

Gebäude der EZB in Frankfurt | Foto: picture alliance / Jochen Tack | Jochen Tack

Das Meldewesen für Bankdaten soll einfacher werden - zumindest, wenn es nach der EZB geht. Die europäische Aufsichtsbehörde hat laut einem Bericht der ”Börsen-Zeitung” ein Projekt für einen zentralen Rohdatenspeicher für Bankdaten gestartet. Zudem soll die BaFin schon bald Ergebnisse einer entsprechenden Machbarkeitsstudie vorstellen.

Auf einer Konferenz am Freitag hatte Elizabeth McCaul, Mitglied im Aufsichtsgremium der EZB, über das Projekt ”Agora“ informiert, das aufsichtliche Daten den europäischen und den nationalen Bankenaufsehern gleichermaßen zugänglich machen soll. So soll verhindert werden, dass die gleichen Daten von verschiedenen Behörden mehrfach abgerufen werden müssen.

Es sei nur fair, wenn Banken auf ein besser organisiertes Berichtswesen drängen, erklärte McCaul. Die Verbindung der Daten ”wird uns helfen, effizienter zu sein“, sagte sie.

Projekte für das integrierte Be­richtswesen

Gestartet ist das Projekt nach knapp einem Jahr der Planung im April. Die erste Phase soll bis Jahresende laufen, der weitere Zeitplan ist noch unklar. Das Projekt werde mit internen Ressourcen und Unterstützung durch nationale Aufsichtsbehörden, Zentralbanken sowie externe Dienstleister bewältigt. Ziel sei ein einheitlicher Rohdatenspeicher (Data Lake) für ”alle aufsichtlich relevanten Informationen bei der EZB und dem einheitlichen Aufsichtsmechanismus”, zitiert die ”Börsen-Zeitung” einen Sprecher der EZB. Zu diesem Zweck verbessere ”Agora” die interne Verknüpfung aufsichtlicher und nichtaufsichtlicher Datenpunkte aus verschiedenen Quellen und Datenbanken.

Die EZB verfolgt schon seit einigen Jahren das Vorhaben eines integrierten Be­richtswesens (Integrated Reporting Framework, IReF), sie arbeitet seit mindestens fünfeinhalb Jahren auch an einem Banks’ Integrated Reporting Dictionary (BIRD), um einheitliche An­leitungen zur Interpretation von Meldeanforderungen festzulegen – allerdings gibt es hierbei offenbar noch viele Diskussionen mit den Bankenvertretern. Daten aus den beiden Projekten sollen nun bei ”Agora” einfließen.

Auch die BaFin kümmert sich bereits um das Thema. Sie soll laut der Zeitung Accenture als externen Berater mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt haben, deren Ergebnisse bald vorgestellt werden. Außerdem habe ein Pilotversuch mit fünf Banken stattgefunden, um Banken von Berichten auf Rohdaten umzustellen.

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