FinanzBusiness

DWP Bank macht 2022 mit Bitcoin-Plänen ernst

Als Transaktionsbank von Sparkassen und Genossenschaftsbanken will sie noch in diesem Jahr in den Bitcoin-Handel einsteigen. Dabei stellt die DWP ein ”regulatorisch gesichertes“ Produkt in Aussicht, das ans Girokonto angedockt werden kann.

DWP-Vorstandschef Heiko Beck | Foto: dwpbank

Die Deutsche Wertpapier Service Bank (DWP Bank) plant noch in diesem Jahr den Start eines Angebots zum Handel von Kryptowährungen. ”Wir arbeiten an einer Lösung, die Privatkunden den direkten Handel von Kryptowährungen ermöglichen wird. Diese wollen wir bis Ende des Jahres fertigstellen“, sagte DWP-Vorstandschef Heiko Beck in einem Interview mit Bloomberg. Die Lösung solle den Kauf, den Verkauf und die Aufbewahrung von Kryptowerten beinhalten.

Die DWP agiert als Transaktionsbank von Sparkassen und Genossenschaftsbanken und tritt nicht selbst im Endkundengeschäft auf. Das Krypotangebot stände über sie 1162 Banken offen: darunter der DZ Bank samt den angeschlossenen Genossenschaftsbanken, 348 Sparkassen, Landesbanken wie Helaba und NordLB sowie Privatbanken wie der Postbank, Santander und Oddo BHF.

Wir sind zuversichtlich, dass erste deutsche Institute ihren Privatkunden den Handel von Kryptowährungen zum Jahresende anbieten werden

Heiko Beck, DWP-Vorstandschef im Bloomberg-Interview

Laut Beck spricht die DWP derzeit mit Banken aus allen Säulen des Bankensystems über das Projekt. Die Institute entscheiden dann selbst, ob sie das Angebot in ihre Online- und App-Angebote einbinden wollen. ”Wir sind zuversichtlich, dass erste deutsche Institute ihren Privatkunden den Handel von Kryptowährungen zum Jahresende anbieten werden“, sagte Beck.

”Regulatorisch gesichertes“ Produkt

Geplant ist, dass der Handel bequem über das Girokonto der Kunden abgewickelt werden kann. Zunächst wolle man mit dem Bitcoin-Handel starten, später sollen andere Kryptowährungen hinzukommen. Zudem soll das DWP-Projekt ein ”regulatorisch gesichertes“ Produkt sein, verspricht Beck.

Der Handel von Kryptowährungen bietet aus seiner Sicht eine große Chancen. ”Anders als in anderen Bereichen ist hier der Zug für deutsche Banken nicht schon abgefahren, etwa weil andere Player den Markt schon lange beherrschen“, sagte er.

BVR-Präsidentin Marija Kolak hatte vor Kurzem das Pilotprojekt zwischen DZ Bank und DWP Bank angekündigt. Für ”Schnellschüsse” sei es aber noch zu früh, sagte sie.

Volksbanken prüfen Krypto-Angebot

Während die DWP noch ihr Pilotprojekt anschiebt, schaffen anderen Genossenschaftsbanken Fakten: So bietet die Volksbank Kurpfalz ihren Kunden bereits an, Bitcoin und andere digitale Währungen mit Hilfe ihrer Berater kaufen. Möglich macht das eine Kooperation mit der Börse Stuttgart.

Genossen hängen die Sparkassen ab

Auch in der Sparkassen-Welt wird über den Einstieg in den Handel mit Kryptowährungen diskutiert. Ein Team beim IT-Dienstleister S-Payment feilt derzeit in einem Pilotprojekt an einem Konzept für einen solchen Service. Allerdings wird in den Verbänden und Instituten noch heftig über das Für und Wider diskutiert.

Sparkassen planen den Einstieg in den Handel mit Kryptowährungen

Diese Chancen und Risiken stecken für die Sparkassen im Kryptohandel

Bayerns Sparkassen-Präsident Ulrich Reuter bezeichnete Kryptowährungen als hochspekulativ, sie erinnerten ihn an ein ”Schneeballsystem”. ”Kryptowährungen sind keine Geldanlagen, die die Sparkassen ihren Kunden anbieten wollen. Wir wollen das nicht über unsere Beratung oder mittels eines aktiven Angebots im Online-Girokonto zu unseren Kunden bringen”, sagte Reuter in in einem Interview mit Bloomberg.

”Kryptowährungen sind hochspekulativ und erinnern eher an ein Schneeballsystem”, sagt Bayerns Sparkassen-Präsident Ulrich Reuter

Auch Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis bleibt beim Thema Bitcoin skeptisch. ”Das hat ein bisschen etwas von Spielcasino. Das soll machen, wer mag”, sagte er auf der Bilanzpressekonferenz des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV). Dass Sparkassen in Zukunft Kunden bei der Investition in Kryptowährungen beraten, schloss er aus.

Sparkassen-Bilanz im Zeichen des Kriegs in der Ukraine

Mehr von FinanzBusiness

Erst kommt der Blackout, dann steht die Bargeldversorgung auf der Kippe

Stromausfall, Überflutung, Erdbeben: Hält die Bargeldversorgung einer Katastrophe stand? Dieser Frage geht in Potsdam ein Projekt von Geschäftsbanken, Bundesbank, Wissenschaft, Wirtschaft und Regierung nach, das jetzt auf der Zielgeraden ist. FinanzBusiness sprach mit den Verantwortlichen.

Die Kosten für die Geldwäsche-Prävention explodieren

Seit 2019 ist die Summe, die im deutschen Finanzsektor für Prävention und Bekämpfung der Finanzkriminalität ausgegeben wird, um 30 Prozent gestiegen. Die steigende kriminelle Bedrohung, immer höhere regulatorische Erwartungen sowie das steigende geopolitisches Risiko treiben die Entwicklung.

Lesen Sie auch

Mehr dazu

Neueste Nachrichten

Weitere Stellenanzeigen zeigen