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Kanzlei Freshfields beriet mehr Banken zu Cum-Ex-Geschäften als bislang bekannt

Zu der angeblichen Mandantenliste zählen neuerdings auch Schweizer Großbanken und eine US-Bank, wie Recherchen des Handelsblatts ergaben. Insider vermuten, dass die Causa Cum-Ex die Kanzlei noch teuer zu stehen kommt.

Logo der Kanzlei | Foto: picture alliance/dpa | Andreas Arnold

Die Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer ist wohl tiefer in den Cum-Ex-Skandal verstrickt als bisher angenommen. Recherchen des "Handelsblatts" zeigten das ganze Ausmaß der Cum-Ex-Aktivitäten von Freshfields, wie die Zeitung schreibt. So habe die Kanzlei "weitaus mehr Kunden zu fragwürdigen Cum-Ex-Geschäften beraten als bisher bekannt".

Aus einer internen Kundenliste gehe hervor, dass die Kanzlei für rund 25 Banken, Investoren und Händler tätig war, die Cum-Ex-Geschäfte tätigen wollten. Fast alle davon müssten sich inzwischen Fragen von deutschen Steuerfahndern und Staatsanwälten stellen lassen.

Neben den bereits bekannten Adressen wie der Deutschen Bank, der australischen Macquarie und der britischen Bank Barclays stünden nach den Recherchen des Handelsblatts auch die japanische Nomura, JP Morgan aus New York sowie die schweizerischen Großbanken Credit Suisse und UBS auf der Kundenliste in der Causa Cum-Ex. Keiner der befragten Freshfields-Kunden sei zu einer Stellungnahme gegenüber dem Handelsblatt bezüglich möglicher Schadenersatzforderungen bereit gewesen.

Insider vermuten laut Bericht, dass Freshfields für das Aufräumen der Geschäfte viel mehr Geld aufbringen muss als die Kanzlei je mit der Beratung dafür verdiente. Freshfields selbst spricht von "begrenzten Beratungstätigkeiten mit einem äußerst geringen Anteil am Gesamtumsatz".

Die Kanzlei wurde seit 2015 vier Mal durchsucht, zuletzt im September 2021. Ulf Johannemann, bis 2019 weltweiter Steuerchef von Freshfields, kam vorübergehend in Untersuchungshaft, eine Anklage ist in Vorbereitung. Auch ein anderer ehemaliger Partner von Freshfields ist angeklagt, drei weitere Ex-Freshfields-Anwälte sind beschuldigt.

Im August 2019 hatte Freshfields 50 Mio. Euro an den Insolvenzverwalter der Maple Bank gezahlt. Sechs Monate zuvor hatte die Kanzlei dessen Forderung noch als "absurd" bezeichnet. Ein Sprecher sagte damals: "Für Ansprüche gegen unsere Kanzlei sehen wir keine Grundlage" - Freshfields zahlte letzten Endes doch.

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