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Bankhaus-Metzler-Chef Emmerich Müller: Aufwärtstrend an der Börse bleibt

Im "Handelsblatt"-Interview prognostiziert Emmerich Müller weiterhin gute Aussichten an den Börsen, spricht aber auch von einer schleichenden Enteignung der Sparer.

Der ehemalige Standort von Metzler. | Foto: picture-alliance / dpa | Frank May

In einem "Handelblatt"-Interview warnt Bankhaus-Metzler-Chef Emmerich Müller vor einer schleichenden Enteignung der Sparer.

Gute Aussichten für einen weiteren Aufwärtstrend sieht er allerdings an der Börse: Dafür sprächen das gute makroökonomische Umfeld - er erwarte eine Konjunkturerholung von mindestens vier Prozent in Europa und über drei Prozent in den USA. Weitere Gründe für einen positiven Ausblick seien die recht fairen Unternehmensbewertungen und die gemäßigte Verschuldungssituation von Unternehmen und Haushalten nicht zuletzt dank der staatlichen Corona-Unterstützungsmaßnahmen.

Gute Aussichten für den Dax

Sorgen mache Müller jedoch die stark gestiegene Staatsverschuldung, denn mit ihr spreche alles für eine weitere finanzielle Repression und die damit verbundenen negativen Realzinsen. Für Normalvermögende heißt das Müller zufoge, sie müssen in den Aktienmarkt, um zu verhindern, dass ihr Vermögen von der Inflation aufgefressen wird. "Wir erleben also eine schleichende Enteignung der Sparer", sagte er der Zwitung.

Für dieses Jahr sieht Müller Kurssteigerungen von acht bis zehn Prozent, auch beim deutschen Leitindex Dax.

Die Europäische Zentralbank kann mit diesem Niveau leben und wird die Zinsen nach Meinung unserer Kapitalmarktexperten nicht so schnell anheben.

Bankhaus-Metzler-Chef Emmerich Müller

Er geht auch davon aus, dass die aktuell hohen Teuerungsraten von knapp fünf Prozent im Euro-Raum und fast sieben Prozent in den USA 2022 sinken werden. Seine Prognose zwei, respektive drei Prozent.

"Die Europäische Zentralbank kann mit diesem Niveau leben und wird die Zinsen nach Meinung unserer Kapitalmarktexperten nicht so schnell anheben. Die US-Notenbank dürfte hingegen etwas größere Inflationsgefahren wittern und daher auch entschiedener dagegen vorgehen", sagt er.

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