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Sieben EU-Länder unterstützen Vorstoß für europäisches Zahlungssystem

In einem Positionspapier bemängeln die Länder, der Markt für Zahlungsdienstleistungen sei stark zersplittert. Die deutsche Bankenbranche reagiert auf den Vorstoß positiv.

Euro-Symbolbild | Foto: picture alliance / blickwinkel/McPHOTO/M. Gann | McPHOTO/M. Gann

Sieben EU-Länder machen sich in einem Positionspapier für ein einheitliches europäisches Zahlungssystem stark. Deutschland, Frankreich, Spanien, die Niederlande, Polen, Finnland und Belgien unterstützen darin die Initiative EPI, in der sich Dutzende Banken zusammengeschlossen haben.

Deutsche Bank, Commerzbank und ING mit im Boot

Zu der European Payments Initiative (EPI) gehören unter anderem Branchengrößen wie die Deutsche Bank und die Commerzbank sowie die ING aus den Niederlanden, die Banco Santander aus Spanien, Unicredit aus Italien und BNP Paribas aus Frankreich. Aus der deutschen Bankenbranche kamen positive Reaktionen.

DSGV-Vorstand Schmalzl zur EPI: Sollten Unkenrufe nicht so ernst nehmen

Die Initiative habe das Potenzial, Zahlungen in Europa zu erleichtern, die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und den Binnenmarkt zu stärken, sagte Finanz-Staatssekretär Jörg Kukies. Damit könne Europa digitaler werden. Gemeinsames Ziel sei, Bezahlmöglichkeiten zu schaffen, die sicher, innovativ und für alle zugänglich seien. Die Unabhängigkeit von anderen Weltregionen könne so gesteigert werden.

Die Erklärung der sieben wichtigen EU-Staaten zeigt die große Bedeutung, die die EPI–Initiative und damit ein gemeinsames europäisches Zahlungssystem haben.

Andreas Krautscheid, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB)

Aus der Branche kam Zustimmung. "Die Erklärung der sieben wichtigen EU-Staaten zeigt die große Bedeutung, die die EPI-Initiative und damit ein gemeinsames europäisches Zahlungssystem haben", erklärte Andreas Krautscheid, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken (BdB). Sie sei eine starke Unterstützung für ein transeuropäisches Digitalisierungsprojekt.

Joachim Schmalzl, geschäftsführender Vorstand des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) sagte: "Wir begrüßen das gemeinsame Statement aus sieben europäischen Ländern und den politischen Rückenwind für die European Payments Initiative." Ein Sprecher der Deutschen Bank erklärte: "Aus europäischer Sicht ist es wichtig, ein unabhängiges europäisches Zahlungssystem zu etablieren."

Bislang zu viele nationale Lösungen

In dem zweiseitigen Papier wird bemängelt, dass der Markt für Zahlungsdienstleistungen stark zersplittert ist. Die Systeme passten oft nicht zusammen, es gebe zu viele nationale Lösungen. "Handeln ist mehr denn je gefragt." Die Zeit sei gekommen für europäische Lösungen. "Das würde den Wettbewerb und Innovationen steigern."

Zahlungen werden immer öfter digital abgewickelt - ein Markt, der unter anderem vom US-Dienst Paypal stark geprägt ist. Die EU-Länder betonen in ihrem Papier, Europäer wollten Zahlungsmöglichkeiten und Anbieter selbst wählen können. Den größten Nutzen könne EPI bei einer europaweiten Verbreitung stiften. Weitere Länder wurden aufgerufen, sich der Initiative anzuschließen.

Ende der Maestro-Zahlungen feuert Diskussion an

Auch das Ende der Maestro-Zahlungen hat der Diskussion um ein europäisches Zahlungssystem neuen Schub gegeben: Wie berichtet, stellt Mastercard Ende 2023 den Service in Europa weitgehend ein.

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