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Inflationsausblick ist in der EZB offenbar umstritten

Das Thema habe die interne Debatte bestimmt, sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde: "Wir sprachen über Inflation, Inflation, Inflation."

Christine Lagarde, EZB-Präsidentin | Foto: EZB / Andrej Hanzekovic

Manche Währungshüter sehen in den kommenden Jahren größere Inflationsgefahren auf die EZB zukommen. Demnach hatten Chefvolkswirt Philip Lane und andere Ratsmitglieder, die eher für eine lockere Geldpolitik eintreten, argumentiert, die Inflation werde 2023 voraussichtlich unter dem EZB-Ziel bleiben.

Zweifel an Prognosen

Eine Entscheidung darüber wird erst im Dezember fallen, wenn neue Prognosen zur Inflation vorliegen. Bereits jetzt sorgte das Thema laut Insidern für Diskussionsstoff im Rat: Es wurden Zweifel laut, ob die Teuerung tatsächlich wie bislang prognostiziert 2022 unter die angestrebte Marke von 2,0 Prozent fallen werde.

Befürworter einer eher strafferen Geldpolitik hätten erwidert, dass marktbasierte Inflationserwartungen höhere Raten anzeigten, berichtet Reuters.

Am Donnerstag hatte der EZB-Rat am Nullzins festgehalten.

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Die EZB rechnet für kommendes Jahr mit einem Abebben des Preisdrucks, der aus ihrer Sicht vor allem durch erhöhte Energiekosten und pandemiebedingte Störungen der Lieferketten und Materialengpässe verursacht wird.

DSGV-Präsident Helmut Schleweis forderte am Donnerstag, der EZB-Rat müsse im Dezember die Weichen für einen Ausstieg aus der ultra-expansiven Geldpolitik stellen. "Die Inflation wird so schnell nicht vergehen", sagte Schleweis.

"Die EZB muss 2022 die Nullzinspolitik Schritt für Schritt zurückfahren", fordert Helmut Schleweis 

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