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Womöglich hoher Kapitalzuschuss für Monte dei Paschi nötig

Um den Verkauf an die Unicredit zu ermöglichen, könnte mehr Geld der italienischen Regierung notwendig sein als bislang geplant. Noch stehen verschiedene Szenarien zu Disposition, welchen Umfang der Erwerb haben wird.

Logo von Monte dei Paschi di Siena | Foto: picture alliance / NurPhoto | Andrea Ronchini

Italien muss Insidern zufolge womöglich Milliarden an Kapital zuschießen, um so viel wie möglich von der im Staatsbesitz befindlichen Krisenbank Monte dei Paschi di Siena (MPS) an die Großbank Unicredit zu verkaufen. Der italienische Staat sei gebeten worden, mehr als sieben Mrd. Euro an Kapital bereit zustellen, sagten zwei mit der Situation vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Unicredit hatte Ende Juli zugestimmt, über einen Erwerb einzelner Teile von MPS zu verhandeln. Das Finanzministerium lehnte laut Reuters eine Stellungnahme ab.

Verhandlungen verzögern sich

Italiens Regierung hatte das traditionsreiche toskanische Geldhaus 2017 in einer Rettungsaktion mit 5,4 Mrd. Euro vor dem Kollaps bewahrt. Geplant ist, die rund 64-prozentige Staatsbeteiligung an MPS bis Mitte 2022 herunterzufahren. Die Verhandlungen zwischen Unicredit und der Regierung sind inzwischen in einer entscheidenden Phase. Zuletzt wurde damit gerechnet, dass eine vorläufige Vereinbarung bis zu einem Treffen der Unicredit-Führung zu den Quartalsergebnissen am 27. Oktober erzielt werde. Einer an den Verhandlungen beteiligten Person zufolge ist jedoch mehr Zeit nötig.

Was die Gespräche für die italienische Regierung so kompliziert macht, ist unter anderem, dass sich Unicredit nur unter der Bedingung zu exklusiven Kaufverhandlungen bereit erklärt hat, dass eine Übernahme die Kapitalreserven der Bank intakt lässt. Die Regierung wiederum hatte in Aussicht gestellt, Kapital zuzuschießen und auch Rechtsrisiken zu übernehmen, um Unicredit für eine Übernahme zu gewinnen. In der italienischen Presse wurde am Wochenende berichtet, dass eine Kapitalspritze von nahezu sieben Mrd. Euro notwendig sei, sollte Unicredit alle bis auf 300 im Süden gelegene Zweigstellen übernehmen und andere Teile von MPS wie das IT-Zentrum nicht erwerben.

Verschiedene Szenarien möglich

Den Informationen zufolge begannen die Verhandlungsparteien erst vor kurzem damit, über den Kapitalbedarf zu sprechen. Einem der Insider zufolge hat Unicredit Vorschläge unterbreitet, in denen verschiedene Szenarien in Abhängigkeit vom Umfang des zu erwerbenden Anteils vorgestellt werden. Da über die Struktur der Vereinbarung immer noch diskutiert wird, bleibt es offen, ob die Forderungen von Unicredit vollständig erfüllt werden.

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