FinanzBusiness

Bundesbank will Zügel für Banken wieder straffen

Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling verwies darauf, dass die Rücknahme der regulatorischen Erleichterungen im Zuge der Corona-Pandemie zeitlich gestaffelt erfolgen werde, um die Institute nicht zu überfordern.

Joachim Wuermeling | Foto: Deutsche Bundesbank

Die deutschen Banken müssen sich auf ein strengeres Regiment der Aufsichtsbehörden einstellen.

Die Rücknahme werden wir dabei zeitlich staffeln und die Institute nicht überfordern.

Joachim Wuermeling, Bundesbank-Vorstand

Unerwartete Folgen für Banken durch die Corona-Pandemie seien unwahrscheinlicher geworden und die Institute müssten daher wieder mit normalen aufsichtlichen und regulatorischen Anforderungen rechnen, sagte Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling am Mittwoch bei einer Veranstaltung in Frankfurt laut Redetext. "Die Rücknahme werden wir dabei zeitlich staffeln und die Institute nicht überfordern."

Solide Kapitalbasis in der Krise elementar

Um die Banken vor schwerwiegenden Folgen der Corona-Krise zu schützen, hatten die Aufseher regulatorische Vorschriften zum Teil aufgeweicht.

Bundesbank plädiert für verlängerte Erleichterungen für den Finanzsektor 

"Der Weg aus den Sondermaßnahmen heraus, zurück zu den regulären regulatorischen Maßnahmen, ist wichtig", sagte Wuermeling. "Denn gerade die Covid-19-Krise hat gezeigt, wie bedeutend eine solide Kapitalbasis ist, damit Banken auch im Sturm stabil bleiben, mindestens eine Handbreit Wasser unterm Kiel haben und Kurs halten können."

NPL-Quote seit Pandemiebeginn "kaum gestiegen"

Wuermeling verwies darauf, dass die durchschnittliche Quote an notleidenden Krediten in den Portfolien im deutschen Bankensektor seit Pandemiebeginn "kaum gestiegen" sei; Ende des ersten Quartals lag sie bei gut 1,2 Prozent. Darüber hinaus gelten Ende März 2021 nur noch rund 0,6 Prozent der Kreditforderungen aller deutschen Banken als pandemiebedingt gestundet. Gleichzeitig verfügte das deutsche Bankensystem Ende März 2021 über rund 150 Mrd. Euro an Überschusskapital.

Nach rund eineinhalb Jahren Pandemie ist das deutsche Bankensystem insgesamt in robuster Verfassung.

Joachim Wuermeling, Bundesbank-Vorstand

"Nach rund eineinhalb Jahren Pandemie ist das deutsche Bankensystem insgesamt in robuster Verfassung. Kurs zu halten auch in der Schlechtwetter-Corona-Front – das ist Ihnen, meine Damen und Herren, in der Gesamtbanksteuerung gelungen", resümierte der Bundesbank-Vorstand.

Mehr von FinanzBusiness

Fusion der Landesbausparkassen im Süden kommt

Das grün-schwarze Kabinett in Stuttgart hat den Weg frei gemacht für die Verschmelzung der zwei süddeutschen Landesbausparkassen. Für das Zustandekommen der größten öffentlich-rechtliche Bausparkasse soll ein Staatsvertrag abgeschlossen werden.

Elke König gibt den SRB-Vorsitz ab

Der Franzose Dominique Laboureix folgt auf die ehemalige BaFin-Chefin, die seit 2015 an der Spitze des Abwicklungsfonds für notleidende Banken in der EU steht. Ihr Mandat konnte nicht verlängert werden.

Lesen Sie auch

Mehr dazu

Neueste Nachrichten