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Commerzbank bietet auch weiterhin ein kostenloses Girokonto an

Bestandskunden müssen aber ihr Kontomodell wechseln, um monatliche Grundgebühren zu vermeiden und auch auf einige Leistungen verzichten.

Eine Filiale der Commerzbank in Leipzig. | Foto: Commerzbank

Bestandskunden der Commerzbank, die weiterhin ein kostenloses Girokonto nutzen wollen, müssen ihr Kontomodell wechseln. Dies erläuterte Commerzbank-Sprecher Gunnar Meyer auf Nachfrage von FinanzBusiness.

Kunden, die vor dem 1. Oktober vergangenen Jahres aber ein kostenloses Girokonto bei Deutschlands zweitgrößter Geschäftsbank eröffnet haben, und nicht wechseln, werden zum 1. Juli in das Kontomodell Extra Klassik überführt. Das schlägt mit monatlich 4,90 Euro zu Buche, Neukunden zahlen 6,90 Euro.

In der Vergangenheit erforderte das klassische kostenlose Girokonto einen monatlichen Geldeingang von 1200 Euro. Es gab aber auch zeitlich befristete Kampagnen, in denen das Konto auch ohne regelmäßigen Geldeingang, eröffnet und kostenlos geführt werden konnte.

Gunnar Meyer, Sprecher der Commerzbank

"In der Vergangenheit erforderte das klassische kostenlose Girokonto einen monatlichen Geldeingang von 1200 Euro. Es gab aber auch zeitlich befristete Kampagnen, in denen das Konto auch ohne regelmäßigen Geldeingang eröffnet und kostenlos geführt werden konnte", erläuterte Meyer.

Manfred Knof, der seit Jahresbeginn an der Spitze der Commerzbank steht, hatte schon bei der Bilanzvorlage eine künftige Bepreisung von Girokonten angekündigt.

"Mit halben Sachen gebe ich mich nicht zufrieden", sagt Manfred Knof

Der Leistungsumfang des im Oktober eingeführten kostenfreien Basic-Kontos, das Bestandskunden wählen müssen, um monatliche Gebühren zu vermeiden, ist aber abgespeckt.

Inklusive ist nur noch eine Girocard zur Bargeldversorgung, so wie eine virtuelle Mastercard-Debit-Card zur Nutzung von Apple Pay oder Google Pay. Eine Plastik-Mastercard-Debitcard etwa kostet 3,50 Euro im Monat.

Zudem erfordere das kostenlose Girokonto einen monatlichen Geldeingang von 700 Euro pro Monat und es ist rein digital, erläutert Meyer.

Gebühren für Zahlungen am Schalter und Schecks

So fallen für die Ein- oder Auszahlung am Schalter 2,50 Euro, für die Schecks oder papierhafte Überweisungen 3,50 Euro an. Im Extra-Klassik-Konto sind diese Leistungen ebenso inklusive wie bis zu zwei Girocards und eine physische Mastercard-Debitcard. Auch ist ein monatlicher Geldeingang beim bepreisten Girokonto nicht zwingend.

Das dritte Kontomodell der Commerzbank, "Extra Premium" genannt, enthält auch Versicherungen und Kreditkarten, die bei den anderen Kontomodellen mit 39,90 Euro pro Jahr bepreist werden. Für diese Konto-Variante berechnet die Commerzbank allerdings 12,90 Euro pro Monat.

Einstellige Millionen-Anzahl von Girokonten

Die Commerzbank zählt eigenen Angaben zufolgen knapp über 11 Millionen Privatkunden. Darin enthalten sind aber auch die Kunden der Comdirect und solche, die nur ein Depot unterhalten oder eine Baufinanzierung vorgenommen haben. Die Zahl der Girokonten liege daher erheblich niedriger, so Meyer.

Der neue CEO hat Deutschlands zweitgrößter Geschäftsbank einen straffen Restrukturierungskurs verordnet. So soll das inländische Filialnetz halbiert, Auslandstöchter verkauft und die Verwaltung gestrafft werden. Das bedeutet den Abbau von 10.000 Stellen, in Deutschland fällt jede dritte Stelle weg. Knof will so bis 2024 wieder eine Eigenkapitalrendite von knapp sieben Prozent erzielen.

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