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Hamburg Commercial Bank vervielfacht 2020 ihren Gewinn

Die Hamburg Commercial Bank (HCOB) verdoppelt ihren Zinsüberschuss nahezu und erzielt hohe Gewinne aus dem Verkauf diverser Immobilien. Das Ergebnis vor Steuern ist 2020 mehr als drei Mal so hoch wie im Vorjahr.

Stefan Ermisch, CEO der HCOB | Foto: Hamburg Commercial Bank

Die Hamburg Commercial Bank (HCOB) kann auch auf starkes Geschäftsjahr 2020 zurückblicken. Sie steigerte ihr Ergebnis vor Steuern von 77 Mio. auf 257 Mio. Euro und ihr Konzernergebnis von 12 Mio. auf 102 Mio. Euro. Zu diesem Ergebnis trugen verbesserte Margen im Kundengeschäft, sinkende Kosten und Einmaleffekte bei, wie die Bank mitteilt.

Die Hamburg Commercial Bank hat ihre Bilanzsumme um knapp 30 Prozent reduzieren und ihre Kapitalquote auf 27 Prozent erhöhen können. Nun hofft das Geldhaus darauf, in den Bundesverband deutscher Banken (BdB) eintreten zu können und damit ihre Transformation und Privatisierung erfolgreich abschließen zu können.

Die Hamburg Commercial Bank befindet sich auf der Zielgeraden ihrer tiefgreifenden Transformation und das laufende Jahr steht für uns im Zeichen des Übergangs vom Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe hin zu der Sicherungseinrichtung der privaten Banken.

Stefan Ermisch, CEO der HCOB

„Die Hamburg Commercial Bank befindet sich auf der Zielgeraden ihrer tiefgreifenden Transformation und das laufende Jahr steht für uns im Zeichen des Übergangs vom Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe hin zu der Sicherungseinrichtung der privaten Banken", so Stefan Ermisch, CEO der HCOB, in der Mitteilung. "Wir haben hart gearbeitet und die zurückliegenden gut zwei Jahre genutzt: Heute ist die HCOB extrem kapitalstark und verfügt über eine hohe Portfolioqualität, die Kostenprogramme greifen und die Bank wird kontinuierlich profitabler." Er sei fest davon überzeugt, dass der Übergang in den BdB Anfang kommenden Jahres gelingen wird. Der Ergebnistrend zum Jahresauftakt sei dafür eine gute Basis.

So konnte die HCOB entgegen des allgemeinen Trends ihren Zinsüberschuss nahezu verdoppeln, von 321 Mio. Euro auf 629 Mio. Euro. Dazu beigetragen hat das Ergebnis aus Hybriden Finanzinstrumenten, das dieses Jahr bei 72 Mio. Euro lag, während daraus im Vorjahr unterm Strich eine Belastung von 181 Mio. resultiert hatte.

Der Gesamtertrag, der 2020 um mehr als 40 Prozent stieg, wurde allerdings belastet von dem Ergebnis aus FVPL-kategorisierten Finanzinstrumenten, Grund sind unterjährige Entwicklungen bewertungsrelevanter Marktparameter.

Ebenso belastete die Risikovorsorge das Ergebnis, hier legte die HCOB angesichts der Coronakrise 188 Mio. Euro für Kreditausfälle zurück. Bisher seien die Ausfälle jedoch noch im moderaten Bereich, teilte die Bank mit.

HCOB ist effizienter

Die HCOB konnte ihre Cost-Income-Ratio von 69 auf 42 Prozent verbessern und ihre Kosten um 12 Prozent reduzieren. Treiber hierfür war der gesunkene Personalaufwand, da die Mitarbeiterzahl sich um 360 auf 1.122 Vollzeitarbeitskräfte verringert hat.

Einen großen Beitrag zum starken Ergebnis vor Steuern leisteten auch Gewinne aus dem Verkauf diverser Immobilien, die im Rahmen der Gebäudestrategie der Bank veräußert wurden. Die Erlöse von rund 150 Mio. machen sich im um 50 Prozent gestiegenen sonstigen betrieblichen Ergebnis bemerkbar.

2018 privatisiert

Die HCOB wurde 2018 als erste Landesbank in Deutschland privatisiert und an ein Konsortium um Cerberus Capital Management und J.C. Flowers & Co verkauft. Nach der Finanzkrise war die ehemalige HSH Nordbank aufgrund von Spekulationen mit Schiffskrediten in Schieflage geraten und musste vom Staat gerettet werden. 2016 hatte die EU-Kommission die früheren Besitzer Hamburg und Schleswig-Holstein dazu verpflichtet, die Bank zu veräußern.

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