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Die Wohneigentumsquote in Deutschland ist gesunken

Die Quote in der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen war besonders rückläufig, heißt es in der neuen Studie der Landesbausparkassen basierend auf Daten aus 2018.

Einfamilenhäuser in Thüringen | Foto: Picture Alliance

Seit den Höchstständen in den Jahren 2008 bis 2013 ist die Wohneigentumsquote in Deutschland gesunken. Wie aus einer Studie der Landesbausparkassen (LBS) hervorgeht, besaßen 42 Prozent der deutschen Haushalte eine Wohnimmobilie im Jahr 2018 und damit ein Prozentpunkt weniger als fünf und zehn Jahre zuvor. Für die Studie hatte das Forschungsinstitut empirica im Auftrag der LBS 60.000 Haushalte in Ost- und Westdeutschland befragt.

Haupttreiber der Entwicklung ist laut LBS eine stark gesunkene Wohneigentumsquote in der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen. 2008 etwa hatten 34 Prozent der Ostdeutschen und 37 Prozent der Westdeutschen in dieser Altersgruppe eine Wohnimmobilie. Ein Jahrzehnt später waren es nur 25 Prozent der Altersgruppe in Ostdeutschland und 30 Prozent in Westdeutschland. Die Quote für Haushalte in der Altersgruppe der 40- bis 49-Jährigen ist seit 2008 ebenfalls rückläufig. Besaßen 73 Prozent aus dieser Gruppe im Jahr 2008 eine Wohnimmobilie, galt dies für nur 69 Prozent zehn Jahre später. 

Wohneigentumsquote bei 70- bis 79-Jährigen wächst stark

Am stärksten gewachsen ist dabei die Wohneigentumsquote für Haushalte in der Altersgruppe der 70- bis 79-Jährigen. 2018 betrug die Quote für diese Altersgruppe in Westdeutschland 58 Prozent. Im Osten verfügten 36 Prozent der 70- bis 79-Jährigen über eine eigene Immobilie - und damit 21 Prozentpunkte mehr als vor zwanzig Jahren.

"Aus diesen Studienergebnissen leitet LBS Research zwei politische Schlussfolgerungen ab: Familien benötigen weiterhin Unterstützung, um Kindern ein möglichst behütetes Leben in der Sicherheit des eigenen Hauses oder wenigstens der eigenen Wohnung ermöglichen zu können," so die LBS in einer Mitteilung. "Förderungswürdig ist die Wohneigentumsbildung aber auch, weil sie zugleich Vermögensaufbau bedeutet und vor allem über das mietfreie Wohnen eine bedeutende Komponente der privaten Altersvorsorge darstellt," so die LBS weiter.

Förderungswürdig ist die Wohneigentumsbildung aber auch, weil sie zugleich Vermögensaufbau bedeutet und vor allem über das mietfreie Wohnen eine bedeutende Komponente der privaten Altersvorsorge darstellt.

Kommentar der Landesbausparkassen zu den Studienergebnissen


LBS wirbt für Baukindergeld und Freibeträge für Ersterwerber

Um die Wohneigentumsquote in Deutschland zu steigern, plädieren die LBS für eine Neuauflage des Baukindergeldes in der nächsten Legislaturperiode. Diese Art der Förderung läuft Ende März aus. "Mindern ließe sich der Eigenkapitalbedarf auch durch eine Reduktion der Erwerbsnebenkosten", schreibt die Bundesgeschäftsstelle der Landesbausparkassen weiter und nennt als Beispiel eine Senkung der Grundsteuer oder die Einrichtung von Freibeträgen für Ersterwerber.

Im Fazit der Studie warnte die LBS, dass die Wohneigentumsquote in Deutschland weiter sinken könne, falls die Politik hier nicht tätig werde. "Da Familien seit Jahren immer seltener oder zumindest später gegründet werden, schrumpft der Nachwuchs potentieller Eigentümer. Erschwerend kommt hinzu, dass infolge der Landflucht junger Menschen in die teuren Städte für Ersterwerber immer größer geworden sind," so die LBS.

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