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Corona-Folgen könnten für kleinere Banken und Sparkassen kritisch werden

Das sind die Ergebnisse einer Umfrage des Mannheimer Forschungsinstituts ZEW, an dem sich 174 Experten beteiligt haben.

Das Sparkassen-Logo | Foto: picture alliance / Eibner-Pressefoto | Fleig / Eibner-Pressefoto

Zwar betonen Sparkassen und Genossenschaftsbanken immer wieder, dass sie gut auf zu erwartende Kreditausfälle infolge der Corona-Pandemie vorbereitet seien. Wissenschaftler des Mannheimer Forschungsinstituts ZEW erheben freilich einen anderen Befund. Das berichtet das Handelsblatt.

Für das erste Halbjahr 2021 erwarten Finanzmarktexperten eine Zunahme von Unternehmensinsolvenzen und Kreditausfällen. Besonders bedrohlich könnte diese Entwicklung für die deutschen Sparkassen und Genossenschaftsbanken werden, heißt es in dem Bericht, der sich auf eine Umfrage des ZEW, an dem sich 174 Experten beteiligt haben, beruft.

Mehrheit rechnet mit starkem Anstieg der Insolvenzen

55 Prozent der Befragten gehen dabei von einem starken Anstieg der Insolvenzen aus, 43 Prozent von einem leichten. Aus Sicht der Finanzmarktexperten werden in der Folge auch die Kreditausfälle im deutschen Bankensektor in den kommenden sechs Monaten zunehmen.

Bezogen auf die Anzahl der faulen Kredite erwarten 48 Prozent der Befragten einen leichten und 45 Prozent einen starken Anstieg. Beim Volumen der ausfallenden Darlehen erwarten insgesamt 89 Prozent ein Plus, davon rechnen 25 Prozent mit einem deutlichen Anstieg, heißt es in dem Bericht.

Überdurchschnittliche Risiken sehen die Fachleute bei Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken: In der Umfrage nannten 58 Prozent die Sparkassen und 56 Prozent die Genossenschaftsbanken als besonders gefährdet. Dagegen erwarten nur 32 Prozent bei den Großbanken überdurchschnittliche Ausfälle und bei den Privatbankiers sind es lediglich neun Prozent.

Geno-Banken und Sparkassen sprechen von Übertreibung

Die Betroffenen selbst halten die Befürchtungen der Finanzexperten für übertrieben, schreibt die Zeitung. So rechnet Gerhard Hofmann, Vorstandsmitglied beim Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken, für 2021 zwar mit einem Anstieg der Firmeninsolvenzen um 20 bis 30 Prozent. Die Belastungen seien aus seiner Sicht aber verkraftbar. Es dürfe nicht der Eindruck vermittelt werden, die nächste systemische Krise des Banken- beziehungsweise des Finanzsektors stehe unmittelbar bevor, gibt das Handelsblatt Hofmann wider.

Ähnlich beurteilen dem Bericht zufolge die Sparkassen die Lage. Die Entwicklung im Sommer und Herbst habe vorerst zu einem Rückgang der notleidenden Kredite in den Sparkassen geführt, erklärte der Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV). Man sehe zurzeit auch keine signifikant gesunkene Zahlungsmoral. Auf steigende Kreditausfälle sei man dennoch vorbereitet. 

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