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Bankenpräsident Martin Zielke erwartet, dass die Corona-Krise den Filialabbau beschleunigt

Der Bankenpräsident stellt aber in Abrede, dass es eine Bankenkrise gibt. Die nach der Finanzkrise 2009 implementierten Maßnahmen greifen.

Der Vorstandsvorsitzende der Commerzbank, Martin Zielke ist seit April Präsident des Bankenverbandes. | Foto: picture alliance/Arne Dedert/dpa

Die Corona-Krise wird das Filialsterben bei Deutschlands Banken nach Einschätzung von Bankenpräsident Martin Zielke beschleunigen.

"Wir werden nach dieser Krise viel mehr Menschen haben, die offener sind für andere Zugangs- und Vertriebswege. Der seit Jahren anhaltende Trend zur Digitalisierung wird einen großen Schub bekommen", sagte der Commerzbank-Chef in seiner Funktion als Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) der Deutschen Presse-Agentur.

Die Zahl der Filialen ist seit Jahren rückläufig. Hier wird es nochmal eine Beschleunigung geben.

Bankenpräsident Martin Zielke

"Die Zahl der Filialen ist seit Jahren rückläufig. Hier wird es nochmal eine Beschleunigung geben. Dabei orientieren sich die Banken an den Bedürfnissen der Kunden."

Zielke, der seit dem 22. April BdB-Präsident ist, betonte: "Es gibt heute keine Bankenkrise - auch dank der Maßnahmen, die wir seit 2009 umgesetzt haben." Als Lehre aus der Finanzkrise waren Finanzinstitute unter anderem dazu verpflichtet worden, dickere Eigenkapitalpolster als Puffer für Krisen vorzuhalten und ihre Bilanzen zu entschlacken.

"Die Finanzbranche steht stabil da", stellte Zielke fest, der die teilverstaatlichte Commerzbank seit dem 1. Mai 2016 führt. "Wir sollten daher keine Bankenkrise herbeireden." Der Manager betonte: "Wir haben wesentlich stabilere Banken als vor der Finanzkrise. Die Kraft der Banken, mit solchen konjunkturellen Schwankungen umzugehen, ist viel größer als vor zehn Jahren. Völlig klar ist: Die Risikovorsorge wird in Folge der aktuellen Krise steigen. Aber Banken wissen sehr genau, was und wen sie finanzieren."

Banken und Sparkassen sind derzeit stark gefragt - etwa um Hilfskredite der staatlichen Förderbank KfW an Unternehmen zu bringen, deren Geschäft wegen der Corona-Pandemie eingebrochen ist.

Ungebremster Andrang nach KfW-Corona-Hilfen hält an 

Die KfW - und damit der Staat - trägt bei diesen Krediten 80 bis 90 Prozent des Risikos für den Fall, dass ein Kreditnehmer das Geld nicht zurückzahlen kann. Weil ein Teil des Risikos in den Bilanzen der Banken landet, schauen die Geldhäuser gleichwohl genau hin.

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