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Grenke weist Vorwürfe von Viceroy als unbegründet zurück

Angeblich nicht vorhandene Guthaben sind auf Konten der Deutschen Bundesbank, sagt Grenke. BaFin kündigt Prüfung an.

Schriftzug der Grenke AG | Foto: Grenke AG

Der Leasing- und Finanzdienstleistungskonzern Grenke AG hat am späten Dienstag den Bericht des Unternehmens Viceroy Research als unbegründet zurückgewiesen. Er enthalte Unterstellungen, die das Unternehmen "auf das Schärfste zurückweist", hieß es in der Mitteilung von Grenke.

Dieser Bericht enthält Unterstellungen, die Grenke auf das Schärfste zurückweist.

Mitteilung der Grenke AG

Ein zentraler Vorwurf von Viceroy bestehe darin, dass von den im Halbjahresfinanzbericht 2020 ausgewiesenen rund 1,08 Mrd. Euro an liquiden Mitteln ein substanzieller Anteil nicht existiere. Dies sei nachweislich falsch, schreibt Grenke. 849 Mio. Euro, also fast 80 Prozent der liquiden Mittel, befanden sich zum 30. Juni 2020 auf Konten der Deutschen Bundesbank - wie im Halbjahresfinanzbericht veröffentlicht. Per 15. September betrage das Guthaben bei der Bundesbank 761 Mio. Euro, schreibt Grenke weiter.

Grenke bereite eine ausführliche Replik auch zu diesen Anschuldigungen vor und werde dazu Stellung nehmen. Ebenso behalte sich die Gesellschaft rechtliche Schritte vor und werde diese entsprechend in die Wege leiten.

BaFin kündigt Prüfung an

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) kündigte an, überprüfen zu wollen, ob Grenke oder andere - etwa Leerverkäufer - den Preis der Aktie manipuliert haben. Grenke-Aktien hatten am Dienstag im Handel in Frankfurt zeitweise um bis zu knapp 30 Prozent an Wert verloren. Zum Handelsschluss lag das Minus zum Vortag bei 18,8 Prozent.

Viceroy Research wirft der Firma unter anderem Bilanzfälschung und Geldwäsche vor, worüber der Spiegel berichtet. Hinter Viceroy steht der Shortseller Fraser Perring, der wegen seiner umstrittenen Börsengeschäfte und kritischen Analysen - unter anderem zu Wirecard - bekannt ist.

Die 1978 in Baden-Baden gegründete Unternehmensgruppe Grenke ging im April 2000 an die Börse. Seit Juni 2019 ist der Finanzierungsdienstleister im MDax gelistet. Der Konzern beschäftigt nach eigenen Angaben über 1700 Mitarbeiter und ist weltweit in 33 Ländern vertreten. Im Februar 2009 hatte die Grenke AG die Hesse Newman Bank erworben und in Grenke Bank umbenannt.

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