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Apas-Chef Ralf Bose wird wegen Wirecard-Deals freigestellt

Die Freistellung kommt nach Boses Geständnis vor dem Wirecard-Untersuchungsausschuss, dass er privat mit den Aktien handelte, während die Aufsicht in dem Fall bereits ermittelte.

Der Wirecard-Untersuchungsausschuss | Foto: dpa Picture Alliance

Der wegen seiner Aktiendeals im Zusammenhang mit dem Wirecard-Skandal umstrittene Leiter der Wirtschaftsprüferaufsicht Apas, Ralf Bose, ist freigestellt worden. Darüber sei Bose am 11. Dezember informiert worden, erklärte das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) am Montag.

"Dies erfolgt um die Integrität der Apas bis zur schlussendlichen Aufklärung des Sachverhalts sicherzustellen," so die Bafa zur dpa. Der Leiter der Unterabteilung Qualitätskontrolle übernehme bis auf Weiteres die Leitung der Behörde. Die Apas ist beim Bafa angesiedelt und beaufsichtigt Abschlussprüfer in Deutschland.

Bose gesteht, privat mit Wirecard-Aktien gehandelt zu haben

Bose hatte in der Sitzung des Wirecard-Untersuchungsausschuss im Bundestag Ende vergangene Woche ausgesagt, privat mit Wirecard-Aktien gehandelt zu haben, während die Aufsicht bereits in dem Fall ermittelte. Daraufhin hat die Grüne-Abgeordnete Danyal Bayaz, ein Mitglied des Ausschusses, bei der BaFin eine Verdachtsanzeige wegen Insiderhandels gegen Bose eingereicht.
 

Ausschuss-Mitglieder fordern seinen Rücktritt

"Nach meinem Verständnis legen die Aussagen von Ralf Bose, dem Leiter der Apas, im gestrigen Untersuchungsausschuss den Verdacht von Insiderhandel nahe", sagte Bayaz am Freitag. Bayaz und andere Ausschussmitglieder forderten Boses Entlassung.

Der für die Apas zuständige Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sagte nach Boses Geständnis, es müsse nun geprüft werden, ob dabei die geltenden Regelungen eingehalten worden seien oder Konsequenzen gezogen werden müssten. Altmaier warnte allerdings vor “Schnellschüssen.”

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