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Wirecard stellt Mitarbeiter ohne Bezahlung frei

Am Montagabend kam die unerfreuliche E-Mail. Wie viele Mitarbeiter betroffen sind, ist allerdings unklar. Das Unternehmen schweigt.

Kein Einlass: Viele Wirecard-Mitarbeiter wurden aufgefordert, heute nicht mehr zur Arbeit zu erscheinen. | Foto: picture alliance/Geisler-Fotopress

Die insolvente Wirecard AG hat am Montagabend zahlreiche Mitarbeiter per E-Mail freigestellt. Das berichtet FinanceFWD. Das Unternehmen habe sich nicht äußern wollen.

Die E-Mails mit der Betreffzeile "Freistellung von der Arbeitsleistungspflicht" seien gegen 19:30 Uhr bei den Empfängern eingegangen. Wie viele betroffen sind, ist unklar. Insider gingen jedoch davon aus, dass etwa die Hälfte der mehr als 1000 Beschäftigten in Aschheim benachrichtigt wurden.

Kein Gehalt mehr

Mit dem heutigen Tag ende neben der Arbeitspflicht auch die Bezahlung: "Eine Fortzahlung Deiner Vergütung für die Zeit ab dem 25.08.2020 ist zulasten der Insolvenzmasse nicht möglich", zitiert FinanceFWD aus der Mail. Die Freistellung sei zudem "unwiderruflich".

Unklar ist, ob die Mitarbeiter ihr Insolvenzgeld für August noch bekommen. Durch die Freistellung, die keine Kündigung sei, bleibe das Arbeitsverhältnis bestehen und damit auch das Anrecht auf Gehalt, das jedoch aus der Insolvenzmasse bezahlt werden müsste. Und da ist wenig zu erwarten: "Viele der Töchter haben keinerlei Assets, selbst die Büropflanzen waren geleast", sagte ein Mitarbeiter laut FinanceFWD.

Angriff auf geplante Betriebsratsgründung?

Am heutigen Dienstag (25. August) wollten Mitarbeiter von Wirecard Global Sales und Wirecard Technologies Vorbereitungen für die Wahl eines Betriebsrates treffen. Sie sollen besonders von den verschickten Freistellungen betroffen sein.

Wirecard-Beschäftigte wollen Betriebsrat gründen 

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