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Vom Banker zum Sanierer - die neue Karriere von Steffen Krollmann

Sein Wechsel von der Volksbank BraWo zur Arbeiterwohlfahrt in Frankfurt verlief nicht ganz reibungslos. Aber jetzt ist Steffen Krollmann angekommen und beantwortet FinanzBusiness sechs Fragen.

Steffen Krollmann | Foto: picture alliance/Boris Roessler/dpa

Herr Krollmann, wie ist die Frankfurter AWO auf Sie als Banker aus Salzgitter gestoßen, als sie einen Interimsvorstand suchte?

Steffen Krollmann: Der Kontakt kam über den Bundesverband der AWO in Person des Präsidenten Herrn Wilhelm Schmidt zustande. Wir beide kennen uns schon sehr lange und wir wohnen beide in Salzgitter. Wir hatten uns über die Vorgänge in Frankfurt unterhalten und ich hatte meine Hilfe angeboten. Dabei hatte ich zunächst nur an die Aufgabe als Interimsvorstand gedacht.

Die Aufgabe war auf drei Monate angelegt - jetzt ist sie Ihr Hauptberuf. Wann haben Sie gemerkt, dass das Ihr neuer Traumjob ist?

Am Anfang ging es mir "nur" um das Thema, die Zahlungsfähigkeit zu sichern und die Voraussetzungen zu schaffen, den Kreisverband wieder in die richtige "Spur" zu heben. Parallel dazu haben wir uns um die sogenannten Altlasten gekümmert. Die Vielfalt der Themen habe ich als herausfordernd empfunden. Ich habe mich erst kurz vor Ende der Bewerbungsfrist entschieden, meinen Hut als "ordentlicher Vorstand" in den Ring zu werfen. Die Themen, die Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kreisverbandes und der Stiftung und die gute Zusammenarbeit mit dem Präsidium waren die Motivation für die Bewerbung. Sicherlich, auch die Überzeugung, dass ich helfen kann, spielt dabei eine Rolle.

Klingt so, als hätten Sie diesen Schritt schon viel früher gehen sollen…

Alles hat im Leben seine Zeit und somit war jetzt der richtige Zeitpunkt für meinen beruflichen Wechsel.

Der Abschied von Ihrem vorherigen langjährigen Arbeitgeber, der Volksbank BraWo, lief - sagen wir mal - etwas unglücklich. Man wollte Sie erst zum Jahresende gehen lassen, Sie mussten quasi die Brechstange ansetzen... Verbittert Sie das?

Die Art und Weise war unschön. Verbittert bin ich nicht.

Wir haben gehört, dass Sie jetzt wesentlich weniger verdienen als in Salzgitter. Wie schlimm ist es wirklich?

Das Thema Verdienst war kein Argument für den neuen Job, das stimmt. Aber wir kommen als Familie klar. ;-)

Sie sind 56 Jahre alt und für fünf Jahre zum Vorstandsvorsitzenden der AWO Frankfurt berufen worden. Frage wie in fast jedem guten Vorstellungsgespräch: Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Die Zeit rennt und mittlerweile bin ich 57 Jahre alt. In fünf Jahren sollten die Folgen der "Richter-Affäre" beseitigt sein. Wir werden als Kreisverband und als Stiftung unsere Hausaufgaben gemacht haben. Als wirtschaftlich solides Wohlfahrtsunternehmen wollen wir ein moderner, kompetenter und bedarfsgerechter Anbieter sein.

Steffen Krollmann antwortete schriftlich auf die Fragen von FinanzBusiness.

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