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Zinsswaps vermasseln der Westerwald Bank 2020 das Ergebnis

Die Bank konnte ihr Kreditgeschäft im vergangenen Jahr um 5,8 Prozent steigern. Alles in allem spricht das genossenschaftliche Institut aber von einem "ordentlichen Ergebnis".

Wilhelm Höser, Vorstandssprecher der Westerwald Bank | Foto: Westerwald Bank/ picture alliance / Wedel/Kirchner-Media | Wedel/Kirchner-Media

(Korrektur: Präzisiert Auswirkung der Sonderbelastung aus der Schließung von Zinssicherungsgeschäften auf den Zinsüberschuss 2020)

Die Bilanzsumme der genossenschaftlich organisierten Westerwald Bank wuchs um mehr als elf Prozent. Das ist neben den gestiegen Kundeneinlagen auf eine erhöhte Kreditvergabe zurückzuführen, die nur in Teilen durch die Corona-bedingten KfW-Kredite begründet ist. Das geht aus einer Mitteilung des Instituts hervor.

So stiegen die Kreditzusagen im Firmenkundengeschäft von 258,3 Mio. Euro auf 316,1 Mio. Euro, wovon 29,2 Mio. Euro Corona-Hilfen waren.

Auch ihren Zinsüberschuss konnte die Westerwald Bank um 1,2 Mio. Euro erhöhen, trotz des Niedrigzinsumfelds.

Allerdings war der operative Zinsüberschuss im Ergebnis 2019 mit 1,9 Mio. Euro durch Sonderbelastungen aus der Schließung von Zinssicherungsgeschäften der Jahre 2021 und 2022 belastet.

Daher liegt der tatsächliche Zinsüberschuss 752.000 Euro unter dem Ergebnis 2019.

So übertrifft zwar das Ergebnis vor Bewertung den Vorjahreswert um 1,1 Mio. Euro, doch nach Bereinigung der außerordentlichen Effekte liegt es knapp 900.000 Euro unter dem Ergebnis von 2019.

"Dies ist ein immer noch gutes Ergebnis unter den besonderen Vorzeichen des Jahres 2020"

Wilhelm Höser, Vorstandssprecher der Westerwald Bank

"Dies ist ein immer noch gutes Ergebnis unter den besonderen Vorzeichen des Jahres 2020", betont Wilhelm Höser, Vorstandssprecher der Westerwald Bank.

Bisher gebe es nur geringe Belastungen aus Insolvenzen in der Region, allerdings könne das auch Folge der Hilfsmaßnahmen des Bundes sowie des Aussetzens der Insolvenzantragspflichten sein, sagt er.

Filialschließungen geplant

Die Pandemie verstärkte den Trend zum bargeldlosen und kontaktlosen Zahlen sowie zur digitalen Beratung.

Daher sind für dieses Jahr die Schließung der Filialen in Dattenfeld und Rengsdorf geplant, die Geschäftstelle in Puderbach soll in eine reine SB-Stelle umgebaut werden. Die Geschäftstelle Weyerbuch soll verlegt und in eine Beratungsfiliale umgewandelt werden.

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