FinanzBusiness

Verdi-Streik bei der Commerzbank-Tochter geht in die nächste Runde

Zwei Tage Streik waren nicht genug: In der kommenden Woche soll es an den Standorten Duisburg, Hamm, Erfurt, Halle und Magdeburg weitergehen. Aus Sicht der Bank war die bisherige Beteiligung überschaubar.

Teilnehmer einer Verdi-Kundgebung im Jahr 2014. | Foto: picture alliance / dpa | Axel Heimken

Die Beschäftigten der Commerzbank-Tochter ComTS streiken in der kommenden Woche erneut. Die Gewerkschaft Verdi rief die Mitarbeiter der ComTS-Standorte Duisburg, Hamm, Erfurt, Halle und Magdeburg zur Arbeitsniederlegung vom 17. bis 19. Oktober auf, wie es in einer internen Mail hieß, die Reuters vorliegt. Die Commerzbank-Tochter verantwortet die Bereiche Compliance, Kreditbearbeitung und die internen Postläufe der Bank.

Die Commerzbank arbeitet bei der ComTS mit dem Prinzip Angst, sagt Verdi-Gewerkschaftssekretär Frederik Werning

Verdi bestreikt Commerzbank-Servicegesellschaften ComTS

”Ihr seid verantwortlich für die Gewinne, die die Commerzbank derzeit einstreichen kann”, appellierten die Gewerkschaftler an die Belegschaft. In den vergangenen zwei Jahren sei es nicht einmal zu Tarifverhandlungen gekommen. Anfang Oktober beteiligten sich ComTS-Beschäftigte an einem zweitägigen Warnstreik.

Verdi fordert Energiegeld für Bankmitarbeiter

Die Gewerkschaft forderte für rund 1700 Beschäftigte unter anderem die Erhöhung des Mindeststundenlohns auf 14 Euro sowie ein Energiegeld in Höhe von zwei Mal 1500 Euro für das laufende und kommende Jahr zum Ausgleich der aktuellen Preissteigerungen im Energiebereich.

Durch die aktuellen Streiks bei den ComTS-Gesellschaften erwarten wir keine wesentlichen Beeinträchtigungen im Betrieb.

Mitteilung der Commerzbank

”Durch die aktuellen Streiks bei den ComTS-Gesellschaften erwarten wir keine wesentlichen Beeinträchtigungen im Betrieb”, antwortete die Commerzbank auf Anfrage von Reuters. Die Streikbeteiligung sei aus Sicht der Bank überschaubar. Verdi plant für nächste Woche zwei Kundgebungen in Hamm und Leipzig.

Commerzbank will nicht verhandeln

Angesichts der ersten Streik in der vergangenen Woche sah die Bank noch keinen Anlass, in Tarifgespräche für ihre Service-Töchter einzusteigen. Aus Sicht der Bank fährt man dort gut damit, Bezahlung und weitere Bedingungen mit den örtlichen Betriebsräten zu verhandeln, wie eine Sprecherin auf Nachfrage von FinanzBusiness deutlich machte.

”Wir sind davon überzeugt, dass wir die Arbeitsbedingungen in unseren ComTS-Gesellschaften am effektivsten mit unseren Betriebsräten vor Ort abstimmen können und so unmittelbar auf betrieblicher Ebene gute Lösungen finden. Dadurch können wir die Arbeitsbedingungen flexibel auf die Besonderheiten und die Bedürfnisse der ComTS-Gesellschaften vor Ort ausrichten”, sagte sie anlässlich der Streiks in der vergangenen Woche..

Verdi-Streik beeindruckt die Commerzbank nicht

Mehr von FinanzBusiness

Fusion der Landesbausparkassen im Süden kommt

Das grün-schwarze Kabinett in Stuttgart hat den Weg frei gemacht für die Verschmelzung der zwei süddeutschen Landesbausparkassen. Für das Zustandekommen der größten öffentlich-rechtliche Bausparkasse soll ein Staatsvertrag abgeschlossen werden.

Elke König gibt den SRB-Vorsitz ab

Der Franzose Dominique Laboureix folgt auf die ehemalige BaFin-Chefin, die seit 2015 an der Spitze des Abwicklungsfonds für notleidende Banken in der EU steht. Ihr Mandat konnte nicht verlängert werden.

Lesen Sie auch

Mehr dazu

Neueste Nachrichten