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HVB-Mutter Unicredit mit Gewinnanstieg im zweiten Quartal

Die italienische Bank hebt ihre Prognose für 2022 an. Auch die Deutschland-Tochter Hypovereinsbank präsentiert wieder einen Sprung im Quartalsergebnis.

Unicredit-CEO Andrea Orcel | Foto: Unicredit

Die italienische Großbank Unicredit hat ihre Prognose für 2022 nach einem unerwarteten Gewinnanstieg im zweiten Quartal angehoben. Die zweitgrößte Bank Italiens peilt nun einen Gesamtjahresgewinn von rund vier Mrd. Euro an statt mehr als 3,3 Mrd. Euro. Das Geschäft in Russland, wo die Unicredit stark vertreten ist, wurde für die Prognose allerdings ausgeklammert. Die Unicredit fährt das Geschäft in dem Land, seit dessen Angriff auf die Ukraine zurück.

Der Vorstand kündigte zudem an, das wegen des Krieges in der Ukraine auf Eis gelegte Aktienrückkaufprogramm im Volumen von einer Mrd. Euro wieder aufnehmen zu wollen.

Der Konzern profitiert von den steigenden Zinsen in Europa. Ohne den Gewinn in Russland lag der Überschuss im zweiten Quartal bei knapp 1,5 Mrd. Euro und damit zwei Drittel über dem Wert des Vorjahres. Inklusive des russischen Geschäfts zog der Überschuss um 89 Prozent auf 1,8 Mrd. Euro an.

HVB erneut mit starkem Quartalsergebnis

Auch für die Deutschland-Tochter HVB hat sich das Geschäft zuletzt gut entwickelt, sie setzt den positiven Trend aus dem ersten Quartal fort: So hat sich der Gewinn nach Steuern im Vergleich zum Vorjahresquartal Quartal von 185 Mio. Euro auf um 401 Mio. Euro mehr als verdoppelt.

Russlandgeschäft verhagelt Unicredit die Quartalszahlen - aber HVB mit starkem Ergebnis

Unicredit-CEO Andrea Orcel betonte in einem Investoren-Call es handele sich um das beste zweite Quartal im Deutschland-Geschäft seit zehn Jahre, auch wenn das Provisionsergebnis leicht gesunken sei. Zum guten Ergebnis sollen sowohl das Firmenkundengeschäft, als auch Private Banking, Retail. und Wealth Management-Geschäft in gleichem Maße beigetragen haben.

”Die Erträge wurden angekurbelt durch das Risikomanagement der Kunden und Hedging-Aktivitäten sowie durch bessere Zinserträge, robuste Unternehmenskreditvolumina und bessere Deposit Spreads”, sagte Orcel. Positive habe sich eine Vertriebsoffensive sowie die Partnerschaft mit der Allianz ausgewirkt, die zuletzt unter anderem noch über Deutschland hinaus erweitert worden war.

Allianz und Unicredit verstärken Zusammenarbeit

Den regiden Sparkurs will Orcel fortsetzen, auch die HVB wird also wohl weiter an der Kostenschraube drehen. Aktuell tut sie das mit Erfolg, die Ausgaben konnten um rund fünf Prozent gesenkt werden, die Cost-Income-Ratio liegt im zweiten Quartal bei 53,3 Prozent (63,5 Prozent im zweiten Quartal 2021).

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