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EQT bleibt bei der Schufa hartnäckig

Obwohl die Genossen sich gerade eine Mehrheit bei der Auskunftei gesichert haben, lässt der schwedische Finanzinvestor nicht locker - und ist angeblich bereits in Gesprächen mit Commerzbank und Deutscher Bank.

Das Schufa-Loge erscheint durch ein buntes Kunstwerk. | Foto: picture alliance/dpa | Andreas Arnold

Der Finanzinvestor EQT hat das Rennen um Anteile an der Schufa zunächst verloren - doch das muss nicht so bleiben. Bereits vor dem nun geschlossenen Deal hatten die Schweden angekündigt, sich auch mit einem Minderheitsanteil an der Wiesbadener Auskunftei zufrieden zu geben.

Genossen sichern sich den Schufa-Anteil

Zwar haben sich die Genossenschaftsbanken den von der Société Générale verkauften 6,7-Prozent-Anteil gesichert. Doch sollen laut Markteilnehmern weitere Aktionäre der Schufa weiterhin Interesse an einem Verkauf von Anteilen haben - unter ihnen Commerzbank und Deutsche Bank, die gemeinsam rund 18 Prozent an der Auskunftei halten.

Laut Informationen von FinanzBusiness soll der Finanzinvestor bereits in Gesprächen mit den beiden Geldhäusern sein. ”Sollten die Banken den Reformkurs, den EQT voranbringen will allerdings nicht stützen, macht ein Einstiege keinen Sinn”, so ein Branchenkenner zu FinanzBusiness.

EQT will Expansion der Schufa

Offiziell äußert sich der Finanzinvestore selbst nicht zu der aktuellen Situation. Aus vorherigen Statements weiß man aber, dass die Schweden, die Schufa als unabhängigen Datentreuhänder weiterentwickeln wollen, damit er gegen internationale Konkurrenz bestehen kann. Auch die eingeleiteten Reformen zu mehr Verbraucherschutz wollen die Schweden dabei nicht vernachlässigen und eine internationale Expansion forcieren.

Eins kann sich EQT aber schon jetzt auf die Fahnen schreiben: Die ”Altaktionäre” hat der Finanzinvestor insofern auf Trab gebracht, dass diese nun nicht mehr rein an der Schufa-Dividende interessiert sind, sondern den Auskunftsdienst nun selbst als startegisches Investment betrachten.

Beteiligung an der Schufa für den BVR ”von großer strategischer Bedeutung”

BVR-Vorstandsmitglied Quinten erklärte, die Genossenschaftsbanken unterstützten ”den von der Schufa eingeschlagenen Weg zu einem innovativen und kundenorientierten Dienstleister”.

Die bereits an der Schufa beteiligten Genossenschaftsbanken hatten bei der aktuellen Transaktion Vorkaufsrechte ausgeübt, um ihre Beteiligung von 20,5 auf 27,2 Prozent auszubauen. Die Sparkassen halten zudem 26,4 Prozent der Anteile, auch sie wollen ihre Anteile noch aufstocken. Gemeinsam haben die Volksbanken und Sparkassen so den Plan von EQT vereitelt, die Schufa zu übernehmen.

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