FinanzBusiness

Deutsche Bank schneidet bei Stresstest der amerikanischen Notenbank Fed gut ab

Die Bank hatte mit ihrem US-Ableger bei der Belastungsprobe anhand simulierter Krisenszenarien keine Probleme. Das war nicht immer so: Zwischen 2008 und 2015 war sie zuvor mehrfach durchgefallen.

Sitz der Deutschen Bank Niederlassung in New York City. | Foto: picture alliance / NDZ/STAR MAX/IPx

Die größten Geldhäuser in den USA verfügen nach Einschätzung der Notenbank Federal Reserve (Fed) über eine krisenfeste Kapitalausstattung. Dabei hatte die Deutsche Bank mit ihrem US-Ableger bei der Belastungsprobe anhand simulierter Krisenszenarien keine Probleme. Alle 34 Großbanken bestanden den jährlichen Stresstest der Finanzaufseher, wie die Fed mitteilte.

Die Notenbank will mit dem Härtetest sicherstellen, dass die Kreditvergabe an Unternehmen und Haushalte bei einem Finanzmarkt-Kollaps nicht abrupt ins Stocken gerät. Die Stresstests der Fed sind eine Folge der Finanzkrise von 2008. Sie sollen dafür sorgen, dass Banken für Notlagen gerüstet sind und nicht wieder mit Steuergeld gerettet werden müssen.

Ergebnisse entscheidend für Dividendenpolitik

Dafür untersucht sie, ob die Kapitalreserven reichen, um extreme Belastungen wie einen rasanten Anstieg der Arbeitslosigkeit oder einen rapiden Einbruch der Immobilienpreise auszuhalten. Für viele der großen Banken ist die jährliche Prüfung entscheidend, um in Form von Dividenden oder Aktienrückkäufen Geld an Investoren ausschütten zu können. Ab Montag dürfen sie ihre Kapitalpläne veröffentlichen.

Die Deutsche Bank hatte mit ihrem US-Geschäft zwischenzeitlich einen schweren Stand bei den Aufsehern und fiel von 2015 bis 2018 gleich mehrfach beim Stresstest durch. Anders als bei den US-Rivalen hängen bei Töchtern ausländischer Geldhäuser nicht die Dividenden und Aktienrückkäufe vom Testergebnis ab, dafür aber die Gewinnausschüttungen an ihre Konzernmütter.

Europäische Aufseher bescheinigten Krisenfestigkeit

Auch bei den europäischen Aufsehern hatte die Deutsche Bank im Rahmen des regulären Stresstests vergangenes Jahr gut abgeschnitten. Damals hieß es, Europas Banken seien gut für mögliche Krisen gewappnet. Die EZB will sich in Zukunft verstärkt dem sogenannten Klimastresstest widmen.

EZB-Bankenaufsicht startet Klimastresstest

EZB verschärft Temperatur-Szenario in Banken-Klimastresstest

Bankenaufsicht EBA und EZB: Europas Banken sind in Summe für Krisen gewappnet

Mehr von FinanzBusiness

Digitalisierung sorgt für neue Verbündete

Auf der Handelsblatt-Tagung „Zukunft Retail Banking 2022“ berichten Marion Höllinger, Philipp Gossow und Thomas Schauffler über ihren Blick auf das Filialgeschäft. An das Ende der Bankfiliale glauben sie nicht, aber an eine Weiterentwicklung.

Unicredit prüft den Ausstieg aus Russland

Die italienische Großbank will ihre russische Tochtergesellschaft dem Vernehmen nach verkaufen - hält sich aber auch eine Rückkauf-Option offen, für den Fall, dass sich die Lage in Russland wieder stabilisiert.

Genossen bringen Wallet auf den Weg

Die genossenschaftlichen Banken wollen ihrer Kundschaft den Handel mit und das Verwahren von Krypto-Assets grundsätzlich ermöglichen, dies hat der Verband entschieden. Der IT-Dienstleister Atruvia und die DZ Bank arbeiten an einem entsprechenden Produkt. Es soll im nächsten Jahr auf den Markt kommen.

Lesen Sie auch

Mehr dazu

Neueste Nachrichten