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NordLB rutscht wohl in die roten Zahlen

CEO Jörg Frischholz hatte noch im März für 2022 ein ”deutlich” besseres Ergebnis als 2021 angekündigt. Insidern zufolge belasten steigende Zinsen am Kapitalmarkt das Geschäft.

Jörg Frischholz, Vorstandsvorsitzender der NordLB | Foto: NordLB

Die NordLB ist Insidern zufolge mit einem Verlust ins neue Jahr gestartet. Von Januar bis März belaufe sich das Minus vor Steuern bei der Norddeutschen Landesbank auf rund 120 Mio. Euro, sagten mehrere mit den Zahlen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Gestiegene Zinsen belasten Bewertungsergebnis

Grund sei vor allem ein Zinsanstieg am Kapitalmarkt im ersten Quartal. Dies habe zu negativen Bewertungseffekten rund um Pensionsverpflichtungen geführt, sagten die Insider. Wichtige Kennziffern wie der Zins- und Provisionsüberschuss, die Risikovorsorge und die Kosten hätten sich hingegen eher positiv entwickelt. Die Bank lehnte einen Kommentar dazu ab und verwies auf die Veröffentlichung der Quartalszahlen am Dienstag.

Die NordLB war im Zuge des Umbaus 2021 operativ in die schwarze Zahlen zurückgekehrt und hatte erstmals seit vier Jahren wieder Gewinn gemacht. Das Vorsteuerergebnis lag bei 16 Mio. Euro. Der neue Bankchef, Jörg Frischholz, hatte Ende März auf der Bilanz-Pressekonferenz erklärt, die Bank sei im Januar und Februar mit einer ”sehr erfreulichen Belebung” vor allem im Neugeschäft ins Jahr gestartet.

NordLB kündigt für dieses Jahr ”deutlich” besseres Ergebnis als 2021 an

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NordLB schrumpft sich gesund

In Finanzkreisen hieß es, die Bewertungsverluste dürften sich im sogenannten Fair-Value-Ergebnis für das erste Quartal niederschlagen. Das Zinsergebnis sei dagegen um rund vier Prozent gestiegen und auch der Provisionsüberschuss habe spürbar zugelegt, während die Bank die Verwaltungskosten gedrückt habe.

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