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BaFin hat Fragen zur Whatsapp-Nutzung der Deutsche-Bank-Mitarbeiter

Die Aufseher haben das Institut laut einem Bloomberg-Bericht aufgefordert zu klären, wie Mitarbeiter private Nachrichten für geschäftliche Zwecke nutzen. Auch CEO Sewing soll zu den Nutzern gehören.

Die App "Whatsapp" auf einem Smartphone (Symbolbild) | Foto: picture alliance / empics | Peter Byrne

Die Deutsche Bank muss klären, wie ihre Mitarbeiter private Nachrichten für geschäftliche Zwecke nutzen. Das fordert die BaFin laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg von dem Institut.

Die Aufseher gehen dabei Hinweisen nach, wonach hochrangige Führungskräfte der Deutschen Bank, darunter auch Vorstandsmitglieder, Messaging-Tools wie Whatsapp und private E-Mail-Konten für geschäftliche Zwecke genutzt haben, berichtet die Agentur unter Berufung auf Insider. Nun soll die Deutsche Bank Informationen darüber liefern, wie Mitarbeiter die Kommunikationsmethoden nutzen, um festzustellen, ob sie die Bankregeln eingehalten haben.

Das Auskunftsersuchen der BaFin erfolgt inmitten einer branchenweiten Prüfung durch die US-Aufsichtsbehörden. Die Deutsche Bank kommentierte ihren ”Dialog mit den Aufsichtsbehörden” gegenüber Bloomberg nicht weiter. Eine Sprecherin der BaFin lehnte eine Stellungnahme ab.

Auch der Chef nutzte Whatsapp

Sewing selbst soll laut dem Bericht in der Vergangenheit zu den Nutzern von Whatsapp gehört haben, unter anderem um Nachrichten mit dem Geschäftsmann Daniel Wruck auszutauschen, dessen Rolle bei Geschäften mit der Deutschen Bank und ihrer Investmentsparte DWS nun von Ermittlern untersucht wird.

Die Deutsche Bank geht seit Anfang des Jahres gegen die Kommunikation über private Messaging-Tools vor. Sie hat eine interne Untersuchung eingeleitet, nachdem die Nutzung privater E-Mails durch den Vorstandsvorsitzenden der DWS, Asoka Woehrmann, in die Kritik geraten war. Erst vor Kurzem wurden Mitarbeiter daran erinnert, dass sie geschäftsbezogene Whatsapp-Nachrichten nicht löschen sollten.

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Zudem hat das Institut laut Bloomberg mit der Einführung einer neuen technischen Lösung begonnen, die die Überwachung der Kommunikation über private Kanäle verbessert. Gespräche werden damit aufgezeichnet und archiviert. Das Pilotprogramm startete Ende April, und die Software wurde auf den Geräten von 1.750 Mitarbeitern mit Kundenkontakt in den USA installiert.

Für den Vorstandsvorsitzenden Christian Sewing, der seit seinem Amtsantritt vor vier Jahren versucht, die Kontrollen der Bank und die Beziehungen zu den Aufsichtsbehörden zu verbessern, kommt die Nachfrage zur Unzeit - vor allem wegen der anstehenden Hauptversammlung am Donnerstag. Einige Berater für die Stimmrechtsvertretung empfehlen den Aktionären, den Deutsche-Bank-Vorstand auf der Jahreshauptversammlung die Zustimmung zu verweigern.

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