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Rheinischer Sparkassen- und Giroverband: Eine Zeitenwende braucht eine Zinswende

Trotz des guten Geschäfts mit den Krediten, sank der Zinsüberschuss. Als Gründe nennt der Verband die Politik der EZB.

Michael Breuer, Präsident des Rheinischen Sparkassenverbands und Geschäftsführer Thomas Pennartz. | Foto: Sonja Ingerl

Wenig Wohnraum, niedrige Zinsen und der Wunsch, sein Geld sicher anzulegen - Die Nachfrage nach Immobilien ist ungebrochen, fasst Michael Breuer, Präsident des Rheinischen Sparkassenverbands (RSGV) zusammen. ”Das ist für Sparkassen ein Wachstumsfeld.” Das spiegele sich auch in den Zahlen wieder. Das Betriebsergebnis nach Bewertung stieg 2021 um 171 Mio. Euro auf 920 Mio. Euro.

Die Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) sei eine deutliche Belastung für das Zinsergebnis - es sei jedoch gelungen, das gut mit einem deutlich gestiegenen Provisionsergebnis abzufangen. Dennoch: ”Wenn die EZB so weiterarbeitet, ist sie ein Inflationstrieber”, sagt er. Auch seien die Aussagen, wann es - vielleicht - zu einer Zinserhöhung komme - zu ”wischiwaschi”. Für eine Zeitenwende brauche es auch eine Zinswende.

Die Bilanzsumme erhöhte sich um 5,3 Prozent auf 189,2 Mrd. Euro. Das Kundenkreditvolumen stieg um 3,6 Prozent auf 132,8 Mrd. Euro. Einer der Hauptgründe für den Zuwachs waren Unternehmerkredite. Diese wuchsen um 2,1 Mrd. Euro auf 69,6 Mrd. Euro. Die Kredite an Privatpersonen wuchsen um 2,8 Mrd. Euro auf 54,3 Mrd. Euro. - allein getragen durch Immobilienkredite.

Ebenfalls gewachsen sind die Kundeneinlagen um 5,5 Mrd. Euro auf 144 Mrd. Euro. Das entspricht einem Plus von vier Prozent. Ebenfalls um vier Prozent gewachsen sind die Spareinlagen - um 1,5 Mrd. Euro auf 39,2 Mrd. Euro.

Zurück ging jedoch das Zinsergebnis: Dieses sank um 5,3 Prozent auf 2,27 Mrd. Euro.

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