FinanzBusiness

JP Morgan vollzieht Bündelung der europäischen Einheiten

Stefan Behr ist CEO der neuen Gesellschaft, die ihren Sitz in Frankfurt hat. In den vergangenen Monaten ist die US-Bank bereits durch breit angelegte Expansionspläne aufgefallen.

Stefan Behr, CEO der JP Morgan SE | Foto: JP Morgan

Die US-amerikanische Großbank JP Morgan hat die angekündigte Bündelung ihrer europäischen Tochtergesellschaften in der JP Morgan SE (JPMSE) vollzogen. Wie zuvor angekündigt, ist Frankfurt Sitz der neuen Gesellschaft: Deutschlandchef Stefan Povaly hatte im Interview mit FinanzBusiness bereits im Dezember erklärt, dass das Vorhaben zeitnah umgesetzt werde.

"Deutschland hat sich zu einem Tech-Powerhouse und Start-up-Hub entwickelt", sagt Stefan Povaly 

"Neben dem Investmentbanking umfasst unser deutscher Standort alle Geschäftsbereiche, einschließlich Corporate and Commercial Banking, Sales and Trading, Zahlungsverkehr und Securities Services sowie Asset and Wealth Management. Wir sind die größte internationale Bank in Deutschland und seit fast 100 Jahren hier vertreten", sagte Povaly im Interview.

Mit dem Schritt will die Bank im Nachgang des Brexit ihre Geschäftsstruktur in der Europäischen Union vereinfachen. Die dadurch neu geschaffene Tochter zähle zu den fünf größten Banken in Deutschland sowie den 20 bedeutendsten Instituten in der EU und werde direkt von der Europäischen Zentralbank beaufsichtigt, teilte JP Morgan mit. Die Kapitalbasis des Instituts liege bei rund 34 Mrd. Euro.

Stefan Behr ist CEO der neuen Einheit

Im Rahmen des Verschmelzungsprozesses seien die Luxemburger und die irischen Einheiten zunächst in der deutschen Geschäftseinheit JP Morgan AG gebündelt und die AG rechtlich in eine europäische Aktiengesellschaft (SE) umgewandelt worden, heißt es. Mit der rechtlichen Neuaufstellung seien keine Veränderungen der bestehenden Standorte der Bank verbunden. Die Struktur der US-Bank in Großbritannien ändere sich durch die Schritte ebenfalls nicht.

Stefan Behr ist CEO der JPMSE und Mitglied des Management Committee für die Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA), so die Bank in ihrer Mitteilung. Den Vorsitz des Management-Komitees für die EMEA-Region hat Viswas Raghavan inne.

Keine Arbeitsplatzverlagerungen geplant

Mit der Umstrukturierung sind keine Arbeitsplatzverlagerungen verbunden, wie FinanzBusiness aus Finanzkreisen erfuhr. Für die Mitarbeiter selbst ändert sich an den betroffenen Standorten nichts.

JP Morgan fährt in Europa und speziell im deutschen Markt einen offensiven Expansionskurs. So kündigte die Bank bereits 2019 an, das Geschäft mit mittelständischen Unternehmen deutlich ausweiten zu wollen. Dafür hatte die Bank 2019 den ehemaligen Hypovereinsbanker Bernhard Brinker verpflichtet, der den Bereich Corporate Client Banking & Specialized Industries (CCBSI) leitet.

"Nachfolgeregelungen sind keine Schwarz-Weiß-Angelegenheit", sagt Bernhard Brinker

"Die Produktteams sind wie Musikinstrumente, wir sind die Dirigenten" 

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Im Interview mit dem "Handelsblatt" bekräftigte Behr, dass die Großbank im Firmenkundengeschäft vor allem den Mittelstand erschließen will. "Unser Investment- und Firmenkundengeschäft war bislang traditionell eher auf Großkunden ausgerichtet", sagte er der Zeitung. Künftig wolle die Bank durch die CCBSI-Einheit auch die Kundensegmente darunter verstärkt abdecken.

Ebenso verstärkte sich die Bank Ende vergangenen Jahres mit zwei Neuzugängen im Bereich Wertpapierdienstleistungen.

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Vergangenen Herbst hieß es, dass JP Morgan auch im deutschen Geschäft mit vermögenden Privatkunden expandieren will.

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Im Bereich Zahlungsverkehr setzt die Bank auf anorganisches Wachstum und hat 2021 Volkswagen Payments übernommen. Die Hintergründe zur Transaktion und die weitere Strategie für diese Sparte hatte Max Neukirchen, CEO der Merchant Services bei JP Morgan Chase, im Gespräch mit FinanzBusiness erläutert.

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