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Steigende Energiepreise könnten Inflationsraten mittelfristig befeuern

Das sei eine mögliche Konsequenz der Energiewende, sagte EZB-Direktorin Isabel Schnabel in einer Rede. Indes ist die Inflationsrate im Euroraum im Dezember auf ein erneutes Rekordhoch gestiegen.

Isabel Schnabel | Foto: picture alliance/dpa | Bernd von Jutrczenka

Steigende Energiepreise könnten die Europäische Zentralbank (EZB) zu einem Vorgehen gegen die Inflation zwingen, wie die EZB-Direktorin und Bonner Ökonomin Isabel Schnabel in Aussicht stellte. Die Wende zu grünen Energiequellen beinhalte das Risiko einer mittelfristig höheren Inflation, sagte Schnabel am Samstag in einer Rede. Wenn Energie teurer werde, könne dies die EZB zu einer Abkehr von ihrer bisherigen Geldpolitik veranlassen.

Die Inflation im Euroraum ist im Dezember auf ein erneutes Rekordhoch gestiegen. Waren und Dienstleistungen kosteten durchschnittlich 5,0 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag zu seiner ersten Schätzung mitteilte. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Statistik 1997.

Die EZB hat kürzlich ihre Inflationsprognose für das neue Jahr auf 3,2 Prozent angehoben und damit fast verdoppelt. In Deutschland betrug die Rate im vergangenen Jahr 3,1 Prozent.

Inflationsrate 2021 auf 3,1 Prozent gestiegen 

In den Reihen der Euro-Hüter sind zuletzt Warnungen vor einer länger anhaltenden hohen Inflation laut geworden.

EZB-Vize warnt vor "hartnäckiger" Inflation 

Schnabel selbst hatte in einem Interview Ende 2021 betont, dass sie derzeit unsicher sei, wann die hohen Inflationsraten wieder sinken werden. Die anhaltend ultralockere Geldpolitik der EZB ist zuletzt zunehmend in die Kritik geraten.

Isabel Schnabel sieht bei der Inflation im kommenden Jahr Unsicherheiten

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