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Verkauf von Monte dei Paschi an Unicredit ist gescheitert

Nun muss die Regierung in Rom eine Genehmigung aus Brüssel einholen, mehr Geld in die Krisenbank pumpen zu dürfen, ohne ein Szenario für den Ausstieg bei der verstaatlichten Bank zu haben.

Foto: picture alliance / abaca | Niviere David

Der mögliche Verkauf der verstaatlichten italienischen Krisenbank Monte dei Paschi di Siena (MPS) an den Rivalen UniCredit ist geplatzt.

Die Verhandlungen seien abgebrochen und würden auch nicht mehr fortgesetzt, teilten Unicredit und das Wirtschaftsministerium am Sonntagabend mit.

Das Aus erschwert die Bemühungen von Ministerpräsident Mario Draghi, die 2017 mit Steuer-Milliarden vor der Pleite geretteten Monte dei Paschi wie mit der EU vereinbart bis Mitte 2022 wieder zu verkaufen. Zudem muss die Regierung eine Genehmigung aus Brüssel einholen, mehr Geld in die Krisenbank pumpen zu dürfen, ohne ein Szenario für den Ausstieg des Staates bei der MBS zu haben.

Uneinigkeit bei Bewertung

Eine mit der Sache vertraute Person sagte Reuters, beide Seiten seien sich bei finanziellen Aspekten nicht einig geworden. So habe die Unicredit gefordert, dass der Staat angesichts erforderlicher Korrekturen in den Büchern der MPS weitere 6,3 Mrd. Euro in die Monte Paschi stecken müsse.

Dies sei rund dreimal so viel, wie vom Finanzministerium zuvor prognostiziert, meldet dpa. Vor allem über diese Rekapitalisierung bestehe Uneinigkeit. 

Zudem habe Unicredit die Teile der MPS, die sie habe kaufen wollen, mit nur 1,3 Mrd. Euro bewertet. Das Finanzministerium sei indes von 3,6 bis 4,8 Mrd. Euro ausgegangen. Somit hätten die Forderungen der Unicredit das Ziel der Regierung durchkreuzt, die MPS nicht unter Wert zu verkaufen. Die Unicredit wollte sich zu den Angaben nicht äußern.

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