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"Die Notenbank muss die Wirtschaft womöglich heiß laufen lassen", sagt Fabio Panetta

Für riskant hält das Mitglied im EZB-Direktorium eine solche Vorgehensweise nicht, im Gegenteil. Es sei eventuell erforderlich, die Wirtschaft ein wenig auf Touren zu bringen, sagte Panetta in einem Interview mit der italienischen Zeitung Corriere della Sera.

Fabio Panetta | Foto: EZB

Die Europäische Zentralbank (EZB) muss aus Sicht von Notenbank-Direktor Fabio Panetta womöglich die Wirtschaft im Euroraum regelrecht heiß laufen lassen, um Preisstabilität zu garantieren.

In der Vergangenheit hat Ungeduld die EZB dazu gebracht, die Zinsen verfrüht anzuheben, was übermäßigen Abwärtsdruck auf die Inflation aufrecht erhielt und das Wachstum bremste.

FABIO PANETTO, EZB-DIREKTORIUMSMITGLIED

Es sei eventuell erforderlich, die Wirtschaft ein wenig auf Touren zu bringen, sagte das Mitglied des sechsköpfigen Führungsteams der Euro-Notenbank in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview der italienischen Zeitung "Corriere della Sera". "In der Vergangenheit hat Ungeduld die EZB dazu gebracht, die Zinsen verfrüht anzuheben, was übermäßigen Abwärtsdruck auf die Inflation aufrecht erhielt und das Wachstum bremste."

Lohndruck erzeugen

Für riskant hält Panetta eine solche Vorgehensweise nicht. "Im Gegenteil. Das ist ein Weg, um unsere Anstrengungen glaubwürdig zu machen, die Inflation hoch zu bringen auf zwei Prozent," sagte er. Es gelte das verfügbare Reservoir an Arbeitskräften voll auszuschöpfen und Lohndruck zu erzeugen, damit die Inflation auf das Zielniveau gehoben werde.

Im Juni lag die Teuerung im Euro-Raum bei 1,9 Prozent. Die EZB rechnet zwar für die nächsten Monate mit weiter anziehenden Raten, sie hält diese Entwicklung aber nicht für dauerhaft.

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