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Aufarbeitung des Manipulationsvorwurfs kostet Grenke 25 Millionen Euro

Der Leasingkonzern hofft bald wieder in der S-Dax zurückkehren zu können. Die Bereinigung des Vorwurfs, Bilanzen manipuliert zu haben, kostet das Unternehmen laut der Börsen-Zeitung in diesem Jahr noch einmal 15 Mio. Euro.

CFO Sebastian Hirsch | Foto: Grenke AG

Seit Monaten wehrt sich Grenke gegen den Vorwurf Bilanzen manipuliert und sein Geschäft mit Franchisegesellschaften nicht transparent genug dargestellt zu haben. Das Unternehmen hatte unter anderem eine Sonderprüfung durch KPMG veranlasst, um den Vorwürfen zu begegnen.

Nun zeigt sich, wie hoch die Rechnung für den Leasingfinanzierer ausfallen wird. Die Börsen-Zeitung zitiert CFO Sebastian Hirsch mit Angaben zu den Kosten. Zusätzlich zu den von Grenke bereits mitgeteilten Rückstellungen von 3 Mio. Euro beziffert der Finanzchef den Prüfungs- und Beratungsaufwand für die Aufarbeitung der Anschuldigungen von Leerverkäufern für das auf 10 Mio. Euro für das Jahr 2020. Im laufenden Jahr sollen weitere 15 Mio. Euro hinzukommen.

Nachsteuergewinn von Grenke bricht 2020 um über 40 Prozent ein

Der Informationsdienst Viceroy, hinter dem der Shortseller Fraser Perring steht, hatte das Leasingunternehmen im September 2020 scharf angegriffen und vor allem den Umgang mit den Franchisegesellschaften sowie Manipulation bei der Bilanzierung kritisiert.

Hoffnung auf Wiederaufnahme in den S-DAX

Nach der Vorlage des Geschäftsberichts am Freitag erwartet der Vorstand eine rasche Wiederaufnahme in den SDax. Die Grenke-Aktie war am 5. Mai aus dem Index geflogen, nachdem der Finanzdienstleister bis zum Stichtag 30. April keinen Geschäftsbericht für 2020 vorlegen konnte. Die nächste Möglichkeit dafür ergibt sich am 3. Juni, wenn die nächste Überprüfung der Indexregularien durch die Deutsche Börse ansteht.

Insgesamt geht Grenke für das laufende Jahr beim Leasing-Neugeschäft von einem Volumen von 1,7 bis 2,0 Mrd. Euro aus – nach 2,0 Mrd. Euro im Vorjahr.

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